Es würden in ihrem Wissen eine Menge Lücken auszufüllen sein. Aber das schreckte sie nicht, sie hatte ja immer so gern gelernt.
War es denn etwas anderes, was sie schreckte? Was war dieses sonderbare Gefühl, das ihr das Herz zusammenpreßte?
Sie hatte doch nun die Freiheit, konnte doch nun ihre Persönlichkeit so entfalten, wie sie es immer gewünscht.
Nun war doch der sehnlichste Traum ihrer Jugendjahre in Erfüllung gegangen: frei! — —
Und ein neues Leben jetzt!
Nicht mehr an die grauen Augen denken, die sie zu sehr geliebt, — an die grauen Augen, die so verächtlich erstaunt geblickt, wenn sie sich „inkorrekt“ benommen oder „wild“.
Und nicht mehr an seine Hände denken, jene schönen, harten Hände, die sie so sicher und gebieterisch dahingeführt auf schnurgerader, grauer Strecke, während auf allen Seitenwegen und Fußpfaden so viel üppig schönes Blumengerank wucherte.
Nicht mehr an ihn denken!
Schade nur, daß sie so oft, so unendlich oft an ihn erinnert wurde.
Sie sah jetzt erst, wie sehr Georg ihr die kleinlichen Sorgen des Lebens aus dem Wege geräumt, wie sehr er jede Unannehmlichkeit von ihr ferngehalten. — — —