Und eine unklare Sehnsucht war in ihr, die ihr das Herz zusammendrückte.

Aufseufzend trat sie zurück ins Zimmer, in dem dann vielleicht gerade Olga Nikolajewna, Zigaretten paffend, auf dem Sofa lag.

Monika hatte versucht, die allzu häufigen Besuche der Russin abzuwehren, aber diese hatte ihr in ihrem harten Deutsch erwidert:

„Aber Ihr Sofa ist weicher.“

Sie hielt diese Tatsache für völlig ausreichend, um von dem erwähnten Möbelstück Besitz zu nehmen.

Als Monika sich bei Bertha beklagte, hatte diese ihr mißbilligend gesagt:

„Aber sei doch nicht so unkameradschaftlich. Wir sind hier alle für Gütergemeinschaft.“

Daß das keine leere Redensart war, lernte Monika bald genug einsehen. Man betrachtete auch ihre Sachen als Gemeingut. Olga Nikolajewna goß sich den Inhalt von Monikas Parfümflaschen über Bluse und Haar. Bertha benutzte, ohne je um Erlaubnis zu fragen, Monikas Nähutensilien und ihre Bücher.

Alle die „Stammgäste“ kamen, ohne dazu aufgefordert zu sein, jetzt auch in Monikas Zimmer hinüber.

Die anfängliche Scheu, die sie vor der Fremden gehabt, war sehr bald einer kollegialen Vertraulichkeit gewichen.