Die Zahl der Teilnehmer an diesen Fahrten war eine verschiedene, aber fünf waren immer dabei: Monika und Edith, Graf Harry Lork, der Besitzer des Motorboots, der Leutnant von Berningen und der Gutsbesitzer von Milorski, ein Pole, der diese Fahrten zu den Lichtpunkten seines Lebens zählte.
Das konnte übrigens niemand wundernehmen, denn der hübsche dreißigjährige Milorski besaß eine Gattin, die an Häßlichkeit und Unliebenswürdigkeit das erlaubte Maß überschritt.
Und als ob das nicht genug des Unglücks gewesen wäre, hatte der Himmel ihm dazu noch eine mitreisende Schwiegermutter verliehen, die ihn schaudernd ahnen ließ, wie seine Gattin in zwanzig Jahren sein würde.
Wenn jemand die Bekanntschaft von Frau von Milorski machte, so fühlte der Gatte sich verpflichtet, die neue Bekanntschaft so bald wie möglich beiseite zu nehmen und ihr zuzuflüstern:
„Wissen Sie, ich habe meine Frau nämlich wegen ihres Geistes geheiratet!“
Uebrigens besaß Frau von Milorski in der Tat Intelligenz und bildete in dieser Eigenschaft einen starken Gegensatz zu ihrem Gatten.
Ein leichtes Leben hatte er übrigens nicht, denn seine Frau war eifersüchtig, bewachte, unterstützt von ihrer Mutter, jeden seiner Schritte, und nur die frühen Morgenstunden brachten ihm Befreiung, lösten ihn von jeder Fessel. Seine Damen waren ausgesprochene Langschläferinnen, schliefen bis in den hellen Mittag hinein, „weil das für den Teint gut“ sei.
Und diese Morgenstunden in der letzten Zeit waren dazu angetan, Milorski den traurigen Rest des Tages vergessen zu lassen.
Wie bildschön und reizend elegant sah Monika aus! Wie amüsant und witzig wußte Edith zu scherzen!