Und Graf Lork beugte sich bei diesen Worten tief über Monikas Hand.

15.

Von diesem Tage ab gab Monika ihm oft etwas, was sie geschrieben, Phantasien, Betrachtungen, manchmal ein Gedicht. Und immer aufs neue war sie erstaunt von dem Verständnis, das er ihr entgegenbrachte. Ein Verständnis, das bis ins einzelste ging und jede flüchtige Nuance zu würdigen wußte.

Sie empfand ein lebhaftes Erstaunen darüber. Wenn man Lork kennen lernte, vermutete man so gar nichts Aehnliches in ihm. Die ganze erste Zeit ihrer Bekanntschaft war er ihr als weiter nichts erschienen als ein Mann von guten gesellschaftlichen Formen und von banaler Liebenswürdigkeit. Und nun dieses feinsinnige Eingehen auf jeden ihrer Gedanken.

Und die grenzenlose Mühe, die er sich gab, ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen, ihr jede Laune zu erfüllen, kaum daß sie ausgesprochen war. — — Sie verstand ihn erst dann, als sie ihn einmal Klavier spielen hörte.

An einem brütend heißen Nachmittag war’s. In der Halle hatte man die großen Stores heruntergelassen, und diese dünne Scheidewand genügte, um das rote Brennen des Sommertages in eine opalblasse Dämmerung zu verwandeln.

In den Korbstühlen und Schaukelstühlen lagen ein paar Hotelgäste in „aufgelösten“ Stellungen herum.