Eine sehr hübsche Russin war sogar im Peignoir erschienen, in einem nilgrünen und goldgestickten Peignoir, dessen Farben mit einem tiefen, metallischen Glanze aufleuchteten in dem sanften Halblicht, das man in der Halle hergestellt hatte.
Ein Engländer verpflanzte tropische Angewohnheiten hierher, indem er sich ein nasses Handtuch auf den Kopf gelegt und einen der Liftboys angestellt hatte, ihm Kühlung zuzufächeln. — Kein Punkah war’s, den er bewegte, sondern einer der bunten Papierfächer, die das Hotel als Reklame-Angebinde den Damen widmete, die dort soupierten.
In der Bar, die an die Halle anstieß und in der ein übernächtigt aussehender Mixer immer neue Ice-drinks mischte, saßen Lork, Monika, Edith, Berningen und Milorski.
Berningen war tief betrübt von seinem Ausflug ins Holländische zurückgekehrt, seitdem vor zwei Tagen zwei Offiziere der niederländischen Kolonial-Armee angekommen: der eine, Major, war der Gatte der schönen Mutter, und der Leutnant der Verlobte der pikanten Tochter, dessen Existenz sie bisher unterschlagen.
Aber seitdem er da war, hatte sie jedenfalls nur für ihn noch Augen, und die schöne Mama bezeigte ihrem Manne eine hingebende Liebe, die als geradezu vorbildlich für eheliches Glück hätte gelten können.
Berningen machte jetzt aus Verzweiflung Edith die Cour, Monika war seiner Ueberzeugung nach „in festen Händen“; Lork wich ihr ja nicht von der Seite.
Edith sagte sich, daß die Redensarten Berningens nicht den mindesten Wert für sie besäßen. Sie wußte, daß er sich mit seiner knappen Zulage nur mit Mühe bei den Kronprinz-Ulanen zu halten vermochte; er konnte unbedingt nur ein reiches Mädchen heiraten.
Und doch blieb es nicht ohne Eindruck auf sie, wenn er ihr Schmeicheleien sagte.
Und wenn sie zehnmal wußte, daß das nur dumme Redensarten waren... sie hatte zu lange Jahre gedarbt, um jetzt nicht auch Brosamen zu genießen.