Sie versuchte gegen das Wohlgefühl anzukämpfen, das sie durchrieselte, wenn die hübschen, leichtsinnigen Leutnantslippen ihr Freundliches zuflüsterten. Sie versuchte ganz bewußt, diesen Flirt dazu auszunutzen, um Lork eifersüchtig zu machen, aber das schien vergebliche Mühe. —
Herr von Milorski war entzückt von der Hitze und zog sich die Verwünschungen der anderen zu, als er „hoffte, es würde noch monatelang so fortgehen“.
Ja, er hoffte es!... Lag doch oben seine furchtbare Ehehälfte, machtlos hingestreckt im verdunkelten Zimmer, und im Zimmer nebenan, ebenso machtlos, ebenso unschädlich gemacht die dräuende Schwiegermutter.
So saß man nun in der Bar des Hotels und trank auf Lorks Rat Whisky.
Monika konnte zwar ein gewisses unangenehmes Gefühl nicht loswerden. Der Whisky schmeckte ihr, sogar sehr — aber wie Georg das wohl gefunden haben würde, wenn eine Dame in der Bar saß und Whisky trank?
Ach was, Georg! Schon wieder Georg.... Trotzig bejahte sie, als Lork sie fragte, ob sie noch ein Glas wolle. Und von neuem rann der seltsam brennende Trank ihr durch die Kehle.
Das Gespräch kroch dahin wie ein verwundetes Tier; langsam.. schleppend.. plötzlich ein paar krampfhaft schnelle Vorwärtsbewegungen.. und wieder.. der langsame Trott...
Da sagte Lork in eine Stille hinein, in der man nur die Fliegen summen gehört: „Ich werde Ihnen etwas Musik machen.“
„Spielen Sie denn?“ rief Edith lebhaft.