Eine tiefe Mutlosigkeit wollte sie überkommen, ein banges Gefühl: Wird das wieder gut?
O, wenn sie ihm nur alles sagen könnte, ihm alles verständlich machen!
Ein Irrtum war’s, der sie von seiner Seite gerissen.
Noch einmal grüßte aus dem Dunkel des Unwiederbringlichen das Haupt des toten Bruders, die dunkeln Wimpern über den erloschenen Augen, ein wenig geöffnet der Mund, ein wenig traurig...
Georgs Schuld?
Ach nein! Die Schuld des Birkenschen Blutes, der Birkenschen Erziehung. Die Schuld des Blutes, das Alfred unter der Tropensonne seinem Geschick entgegenführte, das Heinrichs Leben in unklare Wirrnisse verstrickte, das sie selbst so gefährliche Bahnen geführt.
Und hoch über ihnen allen stand Georg.
Sein Leben lang hatte er idealen Gütern gedient, gab seine besten Kräfte dem Lande, das ihn gezeugt, hatte in strenger Selbstzucht, in treuer Erfüllung seiner Pflichten seine Einzelpersönlichkeit dem Wohle des Ganzen untergeordnet.
Und nicht, wie sie geglaubt, war er unbeugsam und kalt dabei geworden — nein! Er war es fähig, ein Opfer zu bringen.