Ob er ihr verzeihen würde?...
Ach, kein Nachdenken jetzt — kein Fragen.
Zu ihm! Mit dem Nachtzuge noch.
Sie erreichte ihn noch gerade.
Und während die Räder in rasender Hast durch das Dunkel jagten, saß sie in eine Ecke des Coupés gedrückt, mit weit offenen Augen.
Sie legte sich nicht hin, sie konnte ja doch nicht schlafen.
Ob er ihr verzeihen würde?...
Verzeihen, daß sie in egoistischer Aufwallung Haus und Herd verlassen und den Mann, der sie liebte?
Und sie dachte an den Abend vor bald sechs Jahren, als sie zu ihm gefahren war, als ihr siebzehnjähriger Mädchenmund in Leidenschaft und Liebe und Egoismus gestammelt: „Ich will mein Glück wiederhaben!“
Weiter und weiter durch die sternenlose Nacht, deren Schweigen mitunter zerrissen wurde von dem gellenden Schrei der Lokomotive. Immer weiter trug sie der Zug... zu ihm!