Er hatte die heißen Worte gesprochen, wie man nur sprechen kann, wenn man liebt!
Und ihre Augen schienen Antwort zu geben auf all seine stummen Fragen...
Eine trunkene Hoffnung schwellte in diesen Tagen des Doktors ganzes Sein.
Nicht lange nachher wurde er zu einem Gartenfest nach Sarkow geladen. Da sah er, daß die hübsche Schloßherrin, wenn sie mit Kerkow von den Hahndorfer Dragonern sprach, genau ebenso liebevoll und verständnisinnig aussah wie an jenen Abenden, als der Flieder blühte.
Und als der schöne Schmettwitz erschien, hatte sie nur für dessen Hünenfigur noch Augen und strahlte förmlich vor Glück, als sie mit ihm die Polonäse schritt.
Der Doktor überwand die Enttäuschung schnell und freute sich nun nach Ueberwindung der sentimentalen Krise, ohne Nebengedanken des freundlichen Empfanges, dessen er auf Sarkow immer gewiß war. Der Hausherr war ein brillanter Gesellschafter, und Frau von Birken legte beim Erscheinen des Doktors regelmäßig eine Freude an den Tag, als ob sie einen geliebten Freund nach langjähriger Trennung wiederfände.
Sie war dann in reizender Weise um den Doktor besorgt, besonders in kulinarischer Beziehung leistete sie Ueberraschendes. Jedesmal gab es eine ganze Reihe ausgezeichneter Gerichte, deren Zubereitung sie womöglich selbst überwachte.
So oft es ihr ihr Gatte, der diese Art sehr unvornehm fand, auch verboten, sie fand doch immer wieder „ein Momentchen“, um in die Küche hinunterzulaufen und dort der Bertha, der in Birkens ganzem Bekanntenkreise berühmten alten Bertha, nochmals einzuschärfen:
„Aber recht viel Schmand an die Sauce, Bertha,“ oder „daß mir die Kaulbarsche bloß nicht zu lange kochen.“