Sich über das Buch beugend, las sie:
„Denkst du noch jenes Abends, still vor Sehnen —
Als wir das letztemal im Park beisammen?“...
Sie las diese Zeilen mit pathetischer Betonung, indes sie begeistert den Kopf hin und her bewegte.
Heinzemännchen grunzte. Er war heute in trübsinniger Gemütsstimmung und gar nicht dazu aufgelegt, seine poetischen Empfindungen mit der Mutter zu teilen.
„Was hast Du heute eigentlich, mein Einzigstes? Wieder Aerger in der Schule? Nein? — Das Mittagessen hat Dir doch geschmeckt? — Der Schmorbraten war doch wirklich gut, und die grünen Erbsen so weich. Was hast Du denn? — Heinzi, sag’s doch.“
Der Knabe stöhnte tief auf; er klappte schmerzlich die Lider halb über die braunen Augen und sagte:
„Eine schwere Jugend habe ich — sehr, sehr schwer.“
„Aber, Liebling, warum? Ich tue Dir doch alles zuliebe.“