„Eines, die beiden!“ antwortete der Redner. „Keine Befreiung ohne die Liebe des Nächsten. Sie ist der unermeßlich reiche Schatz, der uns an dem Tag erlöst, an dem wir uns entschließen, ihn zu heben. Nur verstehen müßt ihr ihr Gesetz. Für euch, ihr Mächtigen und Reichen, lauten seine ersten Worte: Entsagung, Entbehrung, Sühne!“

Die Lippen des Fürsten kräuselte ein Lächeln, aber mit immer mächtiger werdender Stimme fuhr der Redner fort:

„Es gibt nur einen Herrn, den König der Himmel und der Welten, und nur ein Menschenvolk gleichgeborener Brüder. Der sich Herrschaft anmaßt über seine Brüder, säet und erntet Unheil; die Seele des Knechtenden wie die des Geknechteten verdirbt.“

Mit einem raschen Schritte trat er auf den Fürsten zu:

„Rette deine Seele, demütige dich! Gedenke der Sünden deiner Väter, gedenke der Flüche, die auf deinem Haupte lasten. Wie? – Befreiung von fremder Tyrannei verlangt ihr? Was habt denn ihr jemals ausgeübt an dem bejammernswerten Volke, als Tyrannei? Ihr, der Adel, ihr wart der Staat. Niemals ist in Polen ein andrer Stand zu Wort gekommen, als der eure, und wohin habt ihr das Land gebracht?... Euer Eigennutz hat es ausgebeutet, eure Zwietracht es zerrissen, euer Verrat es den Feinden ausgeliefert!“

„Du lügst! Schweig! Wir wollen dich nicht mehr hören!“ tönte es ihm zurück.

Ein rasender Tumult erhob sich.

„Platz da! Platz für den Fürsten!“ riefen die Begleiter des Magnaten, der sich schweigend und verächtlich umgewandt hatte, und dem die Seinen mit Stoßen und Drängen einen Weg zum Ausgang zu bahnen suchten.

Nathanael, in der Nähe stehend, erwies sich ihnen hilfreich. Die Menge war wie eingekeilt unter der Tür, aber sein eiserner Arm teilte sie, um den Fortstürmenden Raum zu schaffen, und ein allgemeines Aufatmen gab es, als der Fürst mit seiner Schar das Freie gewonnen hatte.

Von draußen vernahm man ihr Schreien, Fluchen und Lachen. Die Herren pfiffen ihren Kutschern und ihren Hunden, Peitschen knallten, Fuhrwerke setzten sich in Bewegung.