„Hawryl –“ stammelte Rosenzweig, „Hawryl also ... Wie geht's, Hawryl?“
„Überzeugen Sie sich selbst. Erweisen Sie mir die Ehre, in mein Haus einzutreten, ruhen Sie ein wenig aus unter meinem Dache.“
Schweigend, noch ganz betäubt, folgte der Doktor dieser Einladung und ließ sich zu dem Hause geleiten, auf dessen Schwelle die junge Frau stehen geblieben war und sich bemühte, das kräftige Kind in ihren Armen, das dem Vater jauchzend und mit ausgestreckten Händchen entgegenstrebte, festzuhalten.
„Mein liebes Weib, Herr Doktor,“ sprach Hawryl, und zu ihr gewandt: „Heiße ihn willkommen, Magdusia, einen werteren Gast kann uns der Himmel nicht schicken.“
Ihr Gesicht spiegelte die Freude, die sich auf dem ihres Mannes malte, rein und innig wider: „Seien Sie schön gegrüßt, Herr,“ sagte sie und lachte ihn mit ihren großen Augen treuherzig an.
Nathanael war wie im Traum. Erst in der Stube, allein mit Hawryl, begann er sich von seinem Staunen zu erholen:
„Sie leben! – Mensch, Sie leben! Ist das auch wahr, daß Sie leben? Aber wenn es wahr ist, so stehen Sie doch nicht so gleichgültig da –“
„Gleichgültig?“ rief Hawryl.
„So reichen Sie mir doch die Hand!“
Zum zweitenmal hielt er sie in der seinen – eine andre als damals, eine derb gewordene Hand, deren Besitzer den Bauern nicht nur spielte.