„Gott behüte Sie, Arnold.“
„Sie wollen mich schon verlassen?“
„Ich will nicht – ich muß.“
„Madeleine!“
„Noch einmal, noch tausendmal: Gott behüte Sie! Ich bete zu ihm für Ihr Glück.“
„– Dann beten Sie für sich.“
Das war, glaube ich, ihr ganzes Gespräch. Möglich, daß ich einiges überhörte. Mein Untier von einem Rotschimmel hatte einen Anfall von Heimweh bekommen und kehrte ganz entschlossen um; ich wandte ihn und er wieder sich; wir waren einer hartköpfiger als der andre und führten, indem wir uns kaffeemühlenartig auf dem Fleck herumdrehten, ein sonderbares accompagnement auf zu der Liebesszene, die sich zehn Schritte von uns abspielte.
Nachdem der Offizier (der mich gewiß für irgendeine untergeordnete Vertrauensperson gehalten hat) sich empfohlen, ritten wir in entgegengesetzter Richtung dem Aussichtshügel zu und erblickten, an dessen Fuß angelangt, die vom Schlosse her trabende Kavalkade.
„Fräulein,“ sagte ich mit verachtungswürdiger Plumpheit zu Madeleine, „wissen Ihre Eltern?...“
„Das versteht sich,“ fiel sie mir ins Wort und hatte ein gar rührendes Lächeln, „sie wissen es, aber sie glauben es nicht.“