Auch seine Frau verstand diese allerdings sehr einfache Logik. Sie errötete, eine tiefe Verwirrung malte sich in ihren Zügen, doch gelang es ihr bald, eine heitere Miene anzunehmen. Mit ihrer gewohnten, sanften Sicherheit blickte sie zuerst ihn, dann mich an und bot mir die Wange.

Ich küßte sie ... das Unglaubliche geschah – ich küßte sie, und ob es mich auch durchzuckte vom Wirbel bis zu den Füßen, ob mir der Atem vergehen wollte – ich verlor meine Fassung nicht.

„Jetzt die Überraschung,“ sagte Hans zwischen Weinen und Lachen ... „Wir haben nämlich eine Überraschung ... Du wirst Dich wundern.“

Mein lieber Freund, eine flüchtige Erinnerung an die Absicht, mit der ich gekommen, an die berühmte Rechnung, kam mir in den Sinn, und mich überlief's.

Elsbeth nahm meinen Arm, sie drückte ihn herzlich mit ihrer Hand, Hans ging nebenher, klopfte mich von Zeit zu Zeit auf die Schulter und murmelte: „Du, mein Junge, Du!“ Er lobte und bewunderte alles an mir, mein Aussehen, meinen Vollbart, meinen Anzug, und Elsbeth stimmte ihm bei, und wenn er sich wie ein sehr erfreuter Vater benahm, so hatte sie in ihrer Art und Weise gegen mich etwas entschieden Mütterliches.

Wir näherten uns dem schattigen Platze unter den Linden, den edlen, herrlichen, die am Rande der Wiese vor dem Schlosse stehen.

Dort habe ich ihr das Meisterwerk des großen russischen Erzählers vorgelesen, diese Bäume haben leise dazu gerauscht; auf der Bank unter dem mächtigsten von ihnen hat sie gesessen, mir gegenüber in sprachloser Ergriffenheit, und mich angesehen mit jenem unvergeßlichen Blick ...

Auf derselben Stelle unter demselben Baum befand sich jetzt eine stattliche Frau, in halb städtischer, halb ländlicher Tracht, und neben ihr stand ein Korbwägelchen mit blauseidenem Dach.

Spovo on?“ fragte Elsbeth.

Sada isputje,“ antwortete die Frau.