In der Nähe des Meierhofes befand sich eine kleine Ansiedlung. Eine Gruppe von zehn Häusern. Jedes Haus hatte ein Gärtchen, und in jedem Gärtchen standen Bäume, und alles war nett und sauber gehalten und machte den Eindruck einer gewissen Wohlhabenheit.

Der Baron stellte sich auf in den Bügeln, richtete die Spitze seiner Reitgerte auf ein graues Schieferdach, das zwischen dem Meierhofe und dem letzten der kleinen Häuser sichtbar wurde, und sprach: »Da guckt’s schon heraus, dein Palais.«

Bertram riß den Hut vom Kopfe, schwenkte ihn in der Luft und jauchzte: »Hoch Palais Vogelweid! Nein, nicht Palais, nicht Vogelweid, Haus. Vogelhaus!«

»Gieb acht!« schrie Hugo. Hinter ihnen kam ein Reiter im Galopp einhergesaust. Es war Hagen, der sie einholte, und vorüberjagte, ohne Notiz von ihnen und dem Schrecken ihrer Pferde zu nehmen. Der Braune des Freiherrn machte eine Lançade, die den Reiter aber kaum im Sattel hob.

Mit einer Mischung von Ärger und Stolz blickte er dem Sohne nach:

»Da reitet er wieder die Fohlenstute, was ihm streng verboten ist. Ich hab’s in meiner Jugend auch weit gebracht im Ungehorsam, aber so weit wie der lange nicht. Und wie er oben sitzt, wie ein Schneider!« Bei diesen Worten wendete er sich nach dem Freunde um, vermißte ihn aber auf seinem früheren Platze. Der Sattel der Kuh war leer, sie begann eben gemüthlich zu grasen, und jenseits von ihr auf der weichen Wiese, die beiden flachen Hände auf den Boden gestemmt, saß Bertram und schien äußerst erstaunt.

Weißenberg hielt sein Pferd an und sagte: »O jeh!«

»Ja wohl,« erwiderte Bertram. »Wie Hagen so vorbeigewettert ist, da muß sie erschrocken sein, die Kuh, und da hat sie sich geschüttelt.«

»Und da hat sie dich hinuntergeschüttelt. Macht nichts, steig’ nur wieder auf.«

»Um keinen Preis. Zu Fuß will ich mein zukünftiges Daheim betreten, ehrerbietig wie Washington auf der Rückkehr von seinen Siegen