»Das wäre nicht so schlimm,« versetzte Vogel,

»schlimmer ist, daß das Geschriebene ein Gedrucktes werden will ... O, Frau Baronin, sehen Sie, ich an Ihrer Stelle würde eine leuchtende Ausnahme machen; ich ließe nichts drucken – just nicht.«

»Wenn es noch in meiner Macht stände, Freund! Aber ich bin schändlich hintergangen worden. Just Carolus ...«

Bertram schrie auf: »Just Carolus? Wie kommen Sie zu dem?«

»Er annoncirte vor einem halben Jahre die Gründung einer neuen Zeitschrift, lud zur Einsendung von Beiträgen und ...«

»Und besonders zum Abonnement ein.«

»Ganz recht. Ich schrieb, ich sandte meinen Roman und erhielt einen Brief. Vogelweid, ich bin eine glückliche Frau, aber der Tag, an dem dieser Brief kam, war doch einer der schönsten meines schönen Lebens, ein Ausbruch der Bewunderung der ganze Brief. Carolus stellte mich in eine Reihe mit Heyse, Keller und Meyer. Ihr Manuskript, schrieb er, ist von der Lesekomission einstimmig angenommen worden.«

»Aus dem einfachsten aller Gründe – sie hatte nur eine Stimme.«

»Er wollte seinen ersten Jahrgang mit mir eröffnen. Mein Herz quoll über, ich antwortete in Ausdrücken, ich bekenne Ihnen alles, Vogelweid, es werden wohl überschwängliche Ausdrücke gewesen sein. Nach so bitteren Enttäuschungen ein solcher Erfolg. Carolus steht im Kürschner an der Spitze einer langen Reihe von Werken. Ich verehrte ihn, ich pries ihn, er ragte als Halbgott in meinem Herzen.«

»Ja, das ist so! Es schmeichle einer nur unserer Autoreneitelkeit, und wir sind zu jeder Selbsterniedrigung bereit. Baronin, daß Sie in diese Falle gingen!«