»Drucken lassen« – sie stöhnte es fast, und er seufzte, wurde aber nicht grimmig, sondern sprach in weichem, zuredendem Tone:

»Sehen Sie sich um in der Welt. Wohin Sie blicken, überall begegnen Sie den allgemeinen, unaufhaltsamen Fortschritten ...«

»Unserer Litteratur!« fiel Bertha begeistert ein.

»– Der Socialdemokratie, Frau Baronin.«

»Ach ja,« versetzte sie und lächelte ihn höchst unsicher an.

»Wir gehen einer neuen gesellschaftlichen Ordnung entgegen. Lösung der wirtschaftlichen Fragen heißt der nächste Schritt zum Ziele, und er liegt, wie man sagt, in der allgemeinen Verstaatlichung. Meine unmaßgebliche Meinung ist nun, daß der Übergang zu dieser breiten Straße des Heiles uns

wieder auf jetzt ganz verlassene Fußpfade führen wird, zum Beispiel – zur Hausindustrie.«

»Ach ja,« wiederholte die Baronin und gab ein heuchlerisches: »Ganz recht!« dazu, um zu verbergen, daß sie ihn durchaus nicht begriff.

»Eilen Sie uns voran, Baronesse! Streben Sie keine fabriksmäßige Vervielfältigung Ihrer Dichtungen an, verschmähen Sie die kapitalistische Bücherproduktion durch den Verleger – singen Sie, ein liebliches Vögelchen, Ihre zarten Lieder den Eingeborenen von Obositz, zirpen Sie, ein trautes Heimchen, am häuslichen Herde.«

XVII.