Die beiden Kinder hatten wie auf Verabredung ihre Sessel immer näher an Bertram herangerückt.

Auf einmal legte sich ein kleiner Arm um seinen Hals, und Gretl flüsterte ihm zu:

»Du sollst später zu uns kommen.«

»Komm’ nur,« ergänzte Hans, »wir haben einen Rutschberg, da kannst du mit dem Dackerl fahren, er fährt auch gern.«

»Ich komme gewiß,« erwiderte Bertram und drückte den kleinen Arm an seinen Mund und hatte antizipirte Vatergefühle. In der Nähe dieser Frau, dieser Kinder, im Frieden dieses Hauses wehte eine Atmosphäre der Lauterkeit, der Gesundheit, die einzuathmen Heilung und Segen war.

Beim Abschied küßte er der Gräfin die Hand, schüttelte die Gerharts viele- und vielemale und erschöpfte alle Beredsamkeit, über die er zu verfügen hatte, mit den Worten:

»O Herr Graf, o Frau Gräfin, o Seelencurort Luchov!«

XX.

Die erste Stunde nach Sonnenuntergang war angebrochen. Mild und klar die Luft, alle Farbentöne gedämpft und harmonisch, alle Schatten durchsichtig. Aber schon vertiefen sie sich, wie heiterer Frieden in feierliche Wehmuth übergeht, wenn sich in Erinnerung verwandelt, was seliges Genießen war. Hochsommerabend. Kein jubelvolles Wachsen der Tage mehr, die Höhe ist überschritten, nun kommt die Wende.

Die Freunde hatten während ihrer Heimfahrt lange schweigend nebeneinander gesessen. Auf einmal sprachen beide fast zugleich, und sie mußten so ziemlich denselben Gedanken verfolgt haben, denn Weißenberg sagte: