»Wart nur, lies nur, es wird immer besser.«
»Excellent!« rief sie plötzlich aus, »nein, der Vogelweid – wie ich den liebe!«
Bertram hielt sich nicht länger: »Sie haben
Unrecht, gnädige Frau, das ist, ich bitte um Verzeihung, eine Geschmacksverirrung.«
Sie wurde roth, ihr Mann fuhr auf: »Erlauben Sie mir« –
»In keinem anderen Punkte hätte ich Ihnen etwas zu erlauben oder zu verbieten, Ihnen, meine gnädige Frau, oder Ihnen, mein edler Retter,« versetzte Vogel. »Aber in dem einen Punkte habe ich das Recht einer Meinung und die Pflicht sie auszusprechen. Sie dürfen mir glauben, daß dieses Feuilleton, das Ihnen besonders gut vorkommt, besonders schlecht ist, und daß Sie über etwas mühsam Zusammengequältes lachen. Lauter alte Witze und Späße, denen man aber ihr Alter nicht anmerken soll, immer das alte Ragout, nur mit neuem Überguß.«
»Erstens,« erwiderte die junge Dame, »haben Ragouts keine Übergüsse, sondern Saucen, und wenn mir die Sauce schmeckt. –«
»Unglücklicherweise. Sie sollten sich das Gebräu nicht schmecken lassen und würden auch nicht, wenn Sie wüßten, aus welchen Ingredienzen es besteht und mit wie niederträchtiger Künstlichkeit es
eingerührt ist. Künstlichkeit – Karrikatur der Kunst! und natürlich auch Routine. Die Zwei bringen das Tränklein fertig, das dann den Leuten so leicht eingeht, wirklich wie nichts. Sie brauchen nur den Mund aufthun, es läuft von selbst hinein, das charakterlose, für jeden Gaumen berechnete Zeug!«
Das Ehepaar hatte dem aufgeregten Reisegefährten schweigend zugehört: »Sie sind vom Fach, man sieht’s,« sprach der Mann, und die Frau erklärte: