»Niemand!«

»Gut, der will ich's zeigen! Und du, Bengel, infamer, du läßt das Schulegehen bleiben, verstanden? Ich werd's den Leuten schon zeigen, was es heißt, einem solchen Flegel, wie dir, in den Kopf zu setzen, er sei besser als sein Vater. Laß du dich wieder in der Schule erwischen! Deine Mutter hat nicht lesen und schreiben können eh' sie starb und keiner von der Familie konnt's, ich kann's auch nicht und da kommt so ein Racker und will besser sein als wir alle und bildet sich was drauf ein und thut sich dick damit. Das laß ich mir aber nicht gefallen, verstanden? Da – zeig' einmal was du lesen kannst.«

Ich nahm ein Buch und stotterte etwas vom General Washington und dem Kriege. Eine Minute lang hörte er zu, dann versetzte er dem Buch einen Stoß, daß es an die andre Zimmerwand klatschte, und sagte:

»Kann's der Bengel ja wahrhaftig! Ich hätt's nicht geglaubt, dacht' es sei Geflunker. Aber du, wart', ich werd' dir die Mücken austreiben, ich leid's nicht, verstanden? Ich werde aufpassen, und erwisch' ich dich an der Schule, mein feiner Herr, so gerb' ich dir das Leder durch, daß du die Engel im Himmel pfeifen hörst! Nächstens wirst du noch fromm werden! Donnerwetter, so ein Sohn!«

Er griff nach einem kleinen blau und gelben Bildchen, auf dem ein Junge und ein paar Kühe abgemalt waren, und fragt:

»Was ist das?«

»Das hab' ich gekriegt, weil ich meine Aufgabe gut gelernt habe.«

Rasch war's zerrissen und er brüllte:

»Ich will dir was Bessres geben, wart', ich werd' dir ein Bild auf den Buckel malen.«