»Dummkopf! – Viele nehmen Rost mit Thränen gemischt, aber das ist schon mehr etwas für Weiber, die 's Heulen verstehen. Die besten Vorbilder, die ich kenne, haben ihr eignes Blut dazu benutzt, das mag Jim auch thun. Wenn er aber nur eine kleine und gewöhnliche Nachricht von sich geben will, dann kann er sie auch mit einer Gabel auf einen Zinnteller schreiben und ihn dann zum Fenster hinauswerfen. So hat's die ›Eiserne Maske‹ gemacht, und die hat's verstanden.«
»Jim hat aber keine Zinnteller. Sie schicken ihm das Essen in einer Blechschüssel.«
»Das thut nichts, die verschaffen wir ihm.«
»Wird aber jemand seine Tellerschrift lesen können?«
»Darauf kommt's nicht an, Huck! Er hat nur die Teller zu bekritzeln und dann wegzuwerfen. Das Lesen ist Nebensache, gehört nicht dazu! Neunundneunzigmal unter hundert bist du nicht imstande herauszukriegen, was ein Gefangener auf einen Teller oder sonst wohin kritzelt, darauf kommt's gar nicht an!«
»Ja, aber warum denn die vielen Teller so verderben?«
»Warum? Schwere Not, bist du dumm! Die gehören ja den Gefangenen gar nicht!«
»Aber irgend jemandem gehören sie doch, nicht?«
»Na und wenn! Was liegt dem Gefangenen dran, wem –«