»Sind denn die alten Hacken und sonstigen Dinger da drinnen nicht gut genug, um einen Nigger herauszugraben?«
Darauf sieht er mich aber so traurig an, als sei ich seine Großmutter und als wolle er eben den Geist aufgeben.
»Huck Finn,« sagt er, »mit dir ist nichts anzufangen! Hast du je von Gefangenen gehört, die nur so nach Hacken und Spaten greifen konnten, um sich damit herauszugraben? Ich frag' dich auf dein Gewissen, Huck Finn, wenn du eins hast und ein Fünkchen Verstand dazu. Welch ein Anrecht auf Heldentum hätte ein Gefangener in diesem Falle? Ebenso gut könnte man ihm geschwind den Schlüssel zum Kerker leihen und damit fertig! Spaten und Hacken! Wahrhaftig! – nicht einmal ein König würde sie kriegen!«
»Na,« frag' ich, »wenn wir also die Spaten und Hacken da drin nicht brauchen, was brauchen wir dann?«
»Ein paar richtige, ordentliche Taschenmesser!«
»Was? Um damit den Boden bis zur Hütte zu untergraben?«
»Ja!«
»Na, laß dich begraben, Tom, das ist verrückt!«
»Das ist ganz einerlei! Verrückt oder nicht, so muß es geschehen, so ist's der Regel nach. Ich hab's nie anders gehört oder gelesen, und ich kenne alle Bücher, in denen so etwas vorkommt. Immer graben sie sich mit einem Taschenmesser heraus! – und gewöhnlich nicht durch Lehm und Schmutz wie hier, merk' dir's, sondern durch harten, festen Felsgrund. Und dazu brauchen sie Wochen und Monate und manchmal dauert es noch viel länger. Da war mal einer in dem Schlosse Dief, im Hafen von Marseille, der saß ganz unten im untersten Kerker und grub sich durch, und wie lang glaubst du, daß der dazu brauchte?«
»Was weiß ich! Anderthalb Monat?«