»Nu, ich denke, das möchte ich wohl, wenn’s dir recht ist, Henry.«

Henry holte den Brief aus seinem Taschenbuch hervor und sagte, wenn’s uns recht wäre, so wollte er ein paar von den Sätzen über Privatangelegenheiten überschlagen; dann fing er an und las den Hauptteil des Briefes – ein liebevolles ruhiges und ganz reizend anmutiges Stück Arbeit mit einem Postskriptum voll von freundlichen Aufmerksamkeiten und Grüßen für ›Tom und Joe und Charley und andere uns befreundete Nachbarn.‹

Als der Vorleser fertig war, guckte er Tom an und rief:

»Oho, schon wieder! Nimm deine Hand weg und laß mich deine Augen sehen. Du machst es immer so, wenn ich dir einen Brief von ihr vorlese. Wart’, das werde ich ihr schreiben!«

»O, nein, das darfst du nicht, Henry! Du weißt, ich werde alt und jede kleine Enttäuschung geht mir zu Herzen, daß ich heulen möchte. Ich dachte, sie wäre selber hier, und nun hast du bloß einen Brief gekriegt.«

»Na nu? Wie hast du dir denn das in den Kopf gesetzt? Ich dachte, jeder wüßte, daß sie erst Samstag kommen soll!«

»Samstag! Richtig, jetzt fällt mir’s ein, das wußte ich ja. Ich weiß gar nicht, was in der letzten Zeit mit mir los ist! Gewiß wußte ich’s! Wir haben ja alles zu ihrem Empfang fertig. Na, ich muß nun gehen. Aber ich bin wieder da, wenn sie kommt, Alter!«

Am Freitag kam spät nachmittags ein anderer alter Veteran von seinem Blockhaus, ungefähr eine Meile weit, herüber gewandert und sagte, die Burschen hätten gern eine kleine Lustbarkeit und wollten sich’s am Samstag abend ein bißchen wohl sein lassen, wenn Henry nicht dächte, ›sie‹ würde von ihrer Reise zu müde sein um noch aufbleiben zu können.

»Müde! Sie müde? Nu hör’ einer an! Joe, du weißt doch, sie würde einem von euch zu Gefallen sechs Wochen lang aufbleiben!«

Als Joe hörte, es wäre ein Brief da, bat er, Henry möchte ihn vorlesen und der liebevolle Gruß, der für ihn drin stand, machte den alten Knaben ganz gerührt. Aber er sagte, er wäre so ein altes Wrack, daß ihm das passieren würde, wenn sie auch bloß seinen Namen erwähnte. »Lieber Gott, wir sehnen uns so nach ihr!« sagte er.