»Aber ich kann solche Greuel nicht essen.«

»Warum nicht?«

Er sagte das mit einer Unbefangenheit, die jedenfalls bewunderungswürdig war, mochte sie nun echt oder nur gut gespielt sein.

»Warum nicht? Weil – ja, Herr Doktor, seit Monaten habe ich selten einmal andere feste Nahrung verdauen können als Rühreier und Eierkuchen. Ihre unaussprechlichen Gerichte …«

»O, Sie werden Sie mit der Zeit sogar gerne essen. Sie sind sehr gut. Und Sie müssen sie essen. Das ist eine Vorschrift hier, und zwar eine strenge. Ich kann durchaus nicht erlauben, daß davon abgegangen wird.«

Ich sagte lächelnd: »Nun, dann Herr Doktor werden Sie den Abgang des Patienten zu erlauben haben. Ich reise.«

Er sah betroffen aus und sagte in einem Ton, der der Sache ein anderes Aussehen gab:

»Ich bin gewiß, Sie werden mir ein solches Unrecht nicht anthun. Ich habe Sie in gutem Glauben aufgenommen – Sie werden dieses Vertrauen nicht zu Schanden machen. Diese Appetit-Anstalt ist meine ganze Existenz. Wenn Sie fortgingen mit dem Appetit, wie Sie ihn jetzt haben, so könnte das bekannt werden und Sie sehen selber ein, daß dann die Leute sagen würden, wenn meine Kur in Ihrem Fall fehlgeschlagen hätte, so könnte sie auch in anderen Fällen fehlschlagen. Sie werden nicht fortgehen; Sie werden mir das nicht anthun!«

Ich bat um Entschuldigung und sagte, ich wollte bleiben.

»Das ist recht! Ich war sicher, Sie würden nicht gehen; Sie hätten damit meiner Familie das Essen vor dem Munde weggenommen.«