Cox sagte mir gestern abend, es würden gegen den Kapitän und uns beide recht böse Reden geführt. Sie sagen, der Kapitän sei an allem schuld, er habe überhaupt nicht versucht, das Schiff zu retten, oder Mundvorrat auf die Seite zu bringen; er habe den Leuten nicht ’mal erlaubt, das was sie bereits hatten, in die Boote zu bringen; er gehe bei der Austeilung des Essens parteilich vor, indem er uns begünstige. X. fragte Cox neulich, ob er lieber hungern oder Menschenfleisch essen wolle. Cox antwortete, er würde hungern, worauf der andere versetzte, das wäre ja einfach Selbstmord. Wenn wir die Amerikanischen Inseln nicht finden, thun wir gut, uns auf alles gefaßt zu machen. X. ist der lauteste von allen.

Antwort: Ich denke, wir können uns auf A. und auf B. verlassen; außerdem auf Cox, nicht wahr?

Zweiter Zettel: Ich glaube es auch; außerdem höchst wahrscheinlich noch auf C.; aber darauf ist nicht bestimmt zu rechnen; ganz sicher sind nur B. und Cox. Wenn ich Cox richtig verstehe, so ist bis jetzt noch nichts Bestimmtes besprochen oder abgemacht: aber Hungernde sind unzurechnungsfähig. Es wäre gut wenn du auf dein Pistol und die Patronen aufpaßtest, damit sie uns nicht gestohlen werden.

Aus Henrys Tagebuch:

6. Juni. Wir kamen bei Seetang vorüber und bemerkten etwas, das wie ein alter Baumstamm aussah, aber keine Vögel! Wir fangen an zu befürchten, daß die Inseln nicht da sind. Heute wurde dem Kapitän ganz laut vor allen Leuten gesagt, einige von den Matrosen würden unbedenklich Menschenfleisch essen, falls einer von uns sterben sollte, doch würden sie niemanden totschlagen. Entsetzlich! Gott erhalte uns allen unsere Vernunft und erspare uns solche Greuel. »Vor Seuche, Pest und Hungersnot, vor Krieg und Mord und plötzlichem Tod, bewahr’ uns lieber Herre Gott!«

Aus Samuels Tagebuch:

6. Juni. 16° 30´ n. Br. 134° w. L. (nach dem Chronometer). Trockene Nacht. Der Wind ist steif genug, sodaß das Segel nicht geändert zu werden braucht; heute morgen mißlang ein Versuch, es herunterzulassen, um den Schaden auszubessern. Zuerst versuchte der Dritte Steuermann es; er kam auch bis zur Blockrolle hinauf, mußte aber, beinahe ohnmächtig, wieder herunter kommen, ehe er fertig war. Dann ging Joe hinauf; beim zweiten Versuch konnte er die Taue vorläufig festmachen und die Blockrolle mit nach unten bringen; aber es war eine sehr anstrengende Arbeit und er war nachher den ganzen Tag erschöpft. Wir müssen aber unbedingt das Segel in gute Ordnung bringen, ehe wir alle unsere Kräfte verlieren.

Aus des Kapitäns Logbuch:

Nur noch drei Mahlzeiten übrig.

Aus Samuels Tagebuch: