»Wie viel Wasser ist dort?«
»Nun, das ist eine sonderbare Frage. Ich würde dort mit einem Kirchturm keinen Grund bekommen.«
»Meinst du?«
Schon der Ton dieser Frage erschütterte meine Zuversicht; und das war's, was Herr Bixby erwartete. Er entfernte sich darauf, ohne ein Wort weiter zu sagen. Ich begann mir alles mögliche einzubilden. Herr Bixby sandte – natürlich ohne mein Vorwissen – einen Matrosen nach der Back mit geheimnisvollen Weisungen für die Loter; ein anderer Bote flüsterte mit den Offizieren, und dann versteckte sich Herr Bixby hinter einem der Schornsteine, wo er die Folgen beobachten konnte. Gleich darauf schritt der Kapitän auf das Sturmdeck hinaus; dann erschien der erste Steuermann und schließlich der Zahlmeister. Jeden Augenblick vermehrte sich mein Auditorium um einen weiteren Nachzügler, und noch ehe ich zum oberen Ende der Insel kam, waren fünfzehn bis zwanzig Personen da unten vor meiner Nase versammelt. Ich begann neugierig zu werden, was eigentlich los wäre. Als ich quer über den Fluß zu steuern anfing, blickte der Kapitän zu mir herauf und fragte mich in erheuchelter Unruhe:
»Wo ist Herr Bixby?«
»Hinuntergegangen, Sir.«
Das gab mir den Rest. Meine Einbildung begann Gefahren aus dem Nichts zu konstruieren, die sich rascher vermehrten, als daß ich sie hätte überblicken können. Ganz plötzlich bildete ich mir ein, ich sähe flaches Wasser vor uns. Der Schrecken, der mir durch die Adern schoß, lähmte fast alle meine Glieder. All mein Vertrauen in jene Kreuzung war auf einmal verschwunden. Ich ergriff den Glockenzug, ließ ihn beschämt wieder fallen, ergriff ihn nochmals, ließ ihn wieder los, umklammerte ihn zitternd nochmals und zog so schwach daran, daß ich selbst den Ton kaum hören konnte. In demselben Augenblick riefen Kapitän und Steuermann wie aus einer Kehle:
»Das Lot an Steuerbord! und rasch dabei!«