»Dreh’ das Gaslicht auf, damit ich dich besser sehen kann,« befahl jetzt Roxana mit scharfem Ton, obgleich ihre Stimme bebte. »So – nun laß dich mal betrachten. Du siehst ja so weiß aus wie dein Hemd, Schamber. – Hast du den Mann gesehen? Hat er dich aufgesucht?«
»J – ja.«
»Wann?«
»Montag mittag.«
»War er mir auf der Spur?«
»Er – glaubte und hoffte es. Hier ist der Zettel, den du gesehen hast.« Tom nahm ihn aus der Tasche.
»Lies ihn mir vor.«
Sie keuchte vor Aufregung und in ihren Augen lag ein düsterer Glanz, der Tom nicht ganz verständlich war – ihm jedoch bedrohlich schien. Auf dem Zettel sah man den gewöhnlichen rohen Holzschnitt, der eine laufende Negerin mit dem Turban auf dem Kopf darstellte, welche ein Bündel an einem Stock über der Schulter trug. Darüber stand in großen Buchstaben geschrieben: Hundert Dollars Belohnung. Tom las die Anzeige laut vor – wenigstens den Teil, der Roxanas Beschreibung enthielt, sowie die Adresse ihres Herrn in St. Louis und diejenige seines Agenten in der Vierten Straße. Die Stelle aber, welche besagte, daß die Bewerber um die Belohnung sich auch an Herrn Thomas Driscoll wenden könnten, unterdrückte er klüglich.
»Gieb mir den Zettel!«
Tom hatte ihn eben zusammengefaltet, um ihn in die Tasche zu stecken. Es lief ihm kalt über den Rücken, doch sagte er mit der gleichgültigsten Miene von der Welt: