»Weil du mich bis zur Werft begleiten sollst. Siehst du dies Messer? Ich trag’s bei mir seit dem Tag, als ich den Mann sah; zugleich mit den Kleidern hab’ ich’s mir gekauft. Wenn er mich fangen würde, wollt’ ich mich damit umbringen. Nun geh’ voran, aber vorsichtig; und wenn du hier im Haus ein Zeichen giebst, oder jemand dich auf der Straße anredet, stoß’ ich dich mit dem Messer nieder. Glaubst du mir, Schamber, daß ich thu’, was ich sag’?«

»Laß doch die langweilige Frage. Ich weiß, daß dein Wort gilt!«

»Ja, ganz anders wie deins. Nun mach’ das Licht aus und komm – hier ist der Schlüssel.«

Kein Mensch folgte ihnen. Tom erbebte jedesmal, wenn ein verspäteter Wanderer an ihnen vorüberstreifte und glaubte schon den kalten Stahl im Rücken zu fühlen. Roxy blieb ihm dicht auf den Fersen, um ihn nicht aus ihrem Bereich zu lassen. So gingen sie über eine Meile weiter, bis in eine ganz öde Gegend der menschenleeren Werft; da trennten sie sich bei strömendem Regen in der Dunkelheit.

Während des Heimwegs stürmten hundert schwere Gedanken und wilde Pläne auf Tom ein, zuletzt kam er jedoch zu dem trübseligen Schluß: »Es giebt nur den einen Ausweg – ich muß ihr den Willen thun. Aber etwas anders werde ich die Sache doch anfangen. Ich will nicht um das Geld bitten und mich zu Grunde richten – ich will es dem alten Geizhals stehlen

Zwanzigstes Kapitel.

In Dawson gab man sich inzwischen einer behaglichen Ruhe hin und harrte geduldig auf das Zustandekommen des zweiten Duells. Auch Graf Luigi wartete, aber, wie das Gerücht behauptete, in großer Erregung. Am Sonntag bestand er darauf, die Herausforderung zu schicken. Wilson überbrachte sie, allein Richter Driscoll lehnte die Annahme ab; er wollte sich nicht mit einem Mörder einlassen – »das heißt,« fügte er bedeutungsvoll hinzu, »nicht auf dem Feld der Ehre.« Anderswo wäre er bereit.

Wilson versuchte ihn zu überzeugen, daß er Luigis That gewiß nicht für unehrenhaft halten würde, wenn er Angelos Bericht darüber mit angehört hätte, aber der alte Herr blieb hartnäckig bei seiner Meinung.

Als Wilson zurückkam, um zu melden, daß seine Sendung erfolglos gewesen sei, geriet Luigi ganz außer sich und fragte, wie es denn nur möglich wäre, daß Herr Driscoll, der doch durchaus nicht schwer von Begriffen sei, dem Zeugnis und den Schlußfolgerungen seines leichtfertigen Neffen mehr Wert beigelegt hätte, als Wilsons Aussagen.