»Ich kann den Satz für dich beenden,« fiel mein Hausgenosse ein.

»Nun, so thue es,« antwortete ich.

»Sollte doch George endlich gelernt haben, meine Streichhölzchen in Ruhe zu lassen!«

Es stimmte ganz genau. Gerade das hatte ich sagen wollen. Und doch hatte ich seit drei Monaten nicht an George und die Streichhölzchen gedacht, auch gab der Anfang meines Satzes sicherlich nicht den geringsten Aufschluß über das, was folgen sollte.

Dergleichen Vorkommnisse würden mich vor einigen Jahren noch in Erstaunen gesetzt haben, aber jetzt überraschen sie mich nicht mehr. Ich weiß ja nun, daß ein Geist auf das innigste mit dem andern verkehren kann, ohne das unbeholfene und beschwerliche Medium der Sprache.

Unser Zeitalter scheint sich in Erfindungen beinahe erschöpft zu haben, aber eine wichtige Frage bleibt ihm noch zu lösen: – die Erfindung des Phrenophons, das heißt, einer Methode, nach welcher die Gedankenwechselwirkung mit Sicherheit geleitet und in ein System gebracht werden kann. Der Telegraph und das Telephon fangen an für unsere Bedürfnisse zu langsam und wortreich zu arbeiten. Uns genügt nur, daß der Gedanke selbst, aus beliebiger Entfernung, unmittelbar mit Blitzesschnelle in unser Gehirn verpflanzt wird; wenn wir ihn dann durchaus noch in Worte kleiden müssen, so kann ja dieses leidige Geschäft später mit Muße geschehen. Das gewisse Etwas, welches den Gedanken durch die Luft von Gehirn zu Gehirn leitet, ist ohne Zweifel eine zartere und empfindlichere Form der Elektrizität, und es handelt sich nur darum, auf welche Weise man sie binden und dienstbar machen kann, ähnlich wie dies mit dem elektrischen Strom geschehen ist. Vor Erfindung des Telegraphen hätte man alle mit diesem verwandten Wunder für unausführbar gehalten, eins so gut wie das andere.

Ich möchte darauf wetten, daß, während ich diese Gedanken zu Papier bringe, irgend jemand auf der andern Hälfte der Erdkugel dasselbe schreibt. Ob aber ich den Betreffenden anrege oder er mich, läßt sich nicht bestimmen.