Tom dachte über den Fall nach und kam auf eine andere Idee: einer von den Löwen mußte mit des Professors Revolver totgeschossen werden, und während die anderen Halt machten, um ihren Kameraden zu verspeisen, konnten wir verschwinden.

Gedacht, getan! Tom hielt den Ballon an, schoß eine von den Bestien über den Haufen und der Spektakel ging los, ganz wie wir’s erwartet hatten. Wir segelten eine Viertelmeile weiter und Tom und Jim halfen mir in die Gondel hinein.

Kaum waren wir damit fertig, so war auch die Löwenbande wieder da. Aber es war zu spät für sie. Und als sie sahen, daß sie uns nicht mehr kriegen konnten, da setzten sie sich auf ihre Hinterbacken und sahen uns mit so schmerzlich enttäuschten Gesichtern nach, daß die armen hungrigen Löwen uns wirklich leid taten.


Sechstes Kapitel.

Ich war so angegriffen, daß ich an gar nichts weiter dachte, als mich schnell hinzulegen. Ich streckte mich daher auf meiner Bank aus, aber in solcher Backofenhitze war nicht daran zu denken, wieder zu Kräften zu kommen; Tom befahl daher, das Luftschiff höher steigen zu lassen, und Jim führte seine Weisungen sofort aus.

Wir mußten eine volle Meile aufsteigen, bis wir in eine angenehme Luftschicht kamen, wo eine erfrischende Brise wehte und es weder zu kalt noch zu warm war. Bald war ich wieder völlig bei Kräften. Tom hatte die ganze Zeit über still und nachdenklich dagesessen, aber auf einmal sprang er auf und sagte:

»Ich will tausend gegen eins wetten: ich weiß, wo wir sind! Wir sind in der Großen Sahara – das ist bombensicher!«

Er war so aufgeregt, daß er weder Arme noch Beine still halten konnte; mich regte seine Mitteilung weniger auf; ich fragte bloß: