»Na! Das is doch so leicht Geld verdient, wie ich in meine Leben nie nix erleben tun! Die Sand is ja bloß so ’reingeregnet – kost uns nix ’n bissel Arbeit. Laß Sie uns gleich hinfahren, Massa Tom!«

Aber Tom dachte nach und rechnete so eifrig und so aufgeregt, wie ich ihn nie gesehen habe. Und nach ’nem kleinen Augenblick sagte er:

»Fünf Dollars – pah! Hört mal zu: dieser Sand ist wert … wert … na, er ist ’n ganz kolossalen Haufen Geld wert!«

»Wie denn, Massa Tom? Erzähl Sie, süßes Herrchen, erzähl Sie!«

»Na – sobald die Leute wissen, ’s ist echter Sand aus der echten Wüste Sahara, da werden sie sich sofort in den Kopf setzen, sich ein bißchen davon zu verschaffen und es als Kuriosität in ’ner Phiole mit ’nem Zettel dran auf den Nippstisch zu stellen. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als ihn in Phiolen zu füllen, über den ganzen Vereinigten Staaten ’rumzugondeln und ihn zu zehn Cents das Stück zu verhökern. Wir haben in unserem Schiff für mindestens zehntausend Dollars Sand!«

Ich und Jim sprangen vor Freuden beinahe in Stücke und sangen: »Hupjamborihu!« und Tom sagte:

»Und wir brauchen ja bloß wieder zurückzusegeln und neuen Sand zu holen und das immer fortzusetzen, bis wir zuletzt die ganze Wüste ’rübergeschafft und phiolenweise verkauft haben; und Konkurrenz brauchen wir nicht zu befürchten, denn wir lassen uns einfach ein Patent darauf geben.«

»Himmlische Güte!« rief ich. »Wir werden ja so reich sein wie Kreosot – was, Tom?«

»Ja – wie Kresus, meinst du. Hört mal – der Derwisch suchte in jenem kleinen Berg nach den Schätzen der ganzen Welt und wußte nicht, daß er tausend Meilen weit auf lauter wirklichen Schätzen gegangen war. Er war blinder als der Kameltreiber durch ihn wurde!«