»Na, in einem Fall wie dieser, wo erschwerende Umstände dabei sind, mindestens drei Dollars pro Kopf und möglicherweise sogar noch mehr.«
»Nu, denn wolle wir die Geld nehm’, Massa Tom; zum Kuckuck mit die Entschuldigung! Meinen Sie nix auch, Massa Tom? Un du auch, Huck?«
Wir besprachen die Sache ein bißchen und kamen zum Schluß, es wäre gar nicht so übel, wenn wir’s so machten; also wurden wir uns einig, wir wollten das Geld nehmen. Für mich war das ’ne ganz neue Geschichte und ich fragte Tom, ob Staaten immer sich entschuldigen, wenn sie was Unrechtes getan hätten, und er antwortete:
»Ja, die kleinen tun’s.«
Wir segelten nun herum und sahen uns die Pyramiden an und ließen uns schließlich auf der abgeplatteten Spitze der größten von ihnen nieder; und wir fanden, daß alles genau so war, wie der Mann in der Sonntagsschule gesagt hatte. Das Ding sah aus wie vier Treppenfluchten, die, am Boden breit, immer enger werdend schräg aufsteigen und sich oben in einer Spitze treffen. Nur konnte man diese Treppenstufen nicht hinaufsteigen wie irgend ’ne andere Treppe – denn jede Stufe war so hoch, daß sie ’nem gewöhnlichen Menschen bis ans Kinn reichte, und man mußte sich von hinten hinaufheben lassen. Die beiden andern Pyramiden waren nicht weit von der unsrigen entfernt, und die Leute, die zwischen den Pyramiden sich auf dem Sand bewegten, sahen aus wie krabbelnde Käfer, so hoch waren wir über ihnen.
Tom war gar nicht mehr zu halten vor lauter Freude und Erstaunen, daß er an so ’nem berühmten Ort wäre, und er schwitzte sozusagen Weltgeschichte aus jeder Pore – wenigstens kam es mir so vor. Er sagte, er könnte es kaum glauben, daß er genau auf demselben Platz stände, von dem der Prinz auf dem Bronzepferde aufgeflogen wäre. Die Geschichte stände in Tausend und einer Nacht, sagte er. Irgend einer gab dem Prinzen ein bronzenes Pferd mit ’nem Zapfen in der Schulter; und er konnte sich auf dies Pferd setzen und durch die Luft fliegen wie ein Vogel und die ganze Welt bereisen, und er konnte es steuern, indem er den Zapfen drehte, und konnte hoch und niedrig fliegen und landen, wo er nur wollte.
Als Tom die Geschichte zu Ende erzählt hatte, da entstand ein Schweigen – jenes bekannte Schweigen, das sich einstellt, wenn jemand einen Unsinn erzählt hat und wenn den Zuhörern das leid tut und sie gerne das Gespräch auf ein anderes Thema bringen möchten, aber nicht wissen, wie sie das anfangen sollen, und ehe sie sich richtig besonnen haben, da ist das Schweigen schon da und macht die Stimmung unbehaglich. Ich war verlegen, Jim war verlegen und keiner von uns konnte ein Wort herausbringen. Tom sah mich ’ne Minute lang an und sagte dann:
»Na, heraus damit! Was denkst du?«
Ich sage: