Die Eltern hielten den Atem an und lauschten. Schritte, kaum vernehmbar in dem Sausen des Windes, kamen näher, immer näher … wurden lauter … immer lauter, dann gingen sie vorbei und erstarben in der Ferne. Die beiden Eltern atmeten erleichtert auf, und der Vater sagte: »Also eine Geschichte? Eine lustige?«

»Nein, Papa, eine schreckliche.«

Papa versuchte, sie zu einer lustigen zu überreden, aber die Kleine bestand auf ihrem Recht, daß der Papa alles tun sollte, was sie befehlen würde. Er war ein guter puritanischer Soldat und hatte sein Wort gegeben – er sah, daß er es halten müsse. »Papa,« rief Abby, »wir müssen nicht immer lustige Geschichten haben. Meine Betty sagt, daß die Leute nicht lauter lustige Zeiten hätten. Ist das wahr, Papa? Sie sagt so.«

Die Mutter seufzte, und ihre Angst legte sich wieder schwer auf ihr Herz. Der Vater antwortete freundlich: »Ja, das ist wahr, mein Schatz. Die Sorgen bleiben nicht aus. Das ist leider so.«

»O, dann erzähle davon eine Geschichte, Papa, – eine recht schreckliche, so daß es uns allen gruselt, als ob wir es wären. Komm ganz dicht hierher, Mama, und nimm eines von Abbys Händchen. Weißt du, wenn’s dann zu schrecklich wird, können wir es leichter aushalten, wenn wir alle beieinander sitzen und du meine Hand hältst. So Papa, jetzt kannst du anfangen.«

»Nun also … es waren einmal drei Obersten …«

»O das ist fein! Ich weiß ganz gut was Obersten sind, weil du auch einer bist, und ich kenne ihren Anzug. Bitte weiter, Papa.«

»Und in einer Schlacht hatten sie sich gegen die Disziplin vergangen.«

Das fremde Wort gefiel dem Kind; voll Neugier und Staunen sah es auf und sagte:

»Ist das etwas Gutes zum Essen, Papa?«