»Das ist herrlich, Achmet!«

»Es ist so leicht und einfach, wie einen Esel zu prügeln; aber hast du je gehört, daß jemand danach gehandelt hätte? Nein; ein jeder ist ein Narr. Er geht zu einem Fremden, ohne irgendwelche Einführung, oder schickt ihm einen Brief, und erreicht natürlich nichts, – und das geschieht ihm gerade recht. Der Sultan kennt mich nicht, aber das verschlägt mir nichts. Morgen wird er seine Wassermelone essen; du wirst sehen. Hallo! Halt! Es ist der Katzenfleischkrämer, ich will ihn einholen. Allah beschütze dich, Ali!«

Er holte ihn ein und sagte:

»Bitte, willst du mir einen Gefallen tun?«

»Habe ich es je nicht getan, wenn du mich darum batest? Sage mir, was ich tun soll und ich werde eilen, wie der Wind.«

»Geh’ zu dem Krapfenverkäufer; er soll alles stehen und liegen lassen und seinem besten Freund mitteilen, daß der Sultan geheilt werden kann, wenn er zwei Scheiben einer reifen Wassermelone ißt. Und dieser Freund soll es seinem besten Freund weitersagen und so fort, – bis zum Sultan.« Der Katzenfleischverkäufer flog davon.

In diesem Augenblick war die frohe Botschaft des kleinen Kesselflickers an den Sultan unterwegs.

III.

Um Mitternacht des nächsten Tages saßen die Aerzte im Krankenzimmer des Sultans und flüsterten leise miteinander, denn sie waren in großer Not, da es um den Sultan sehr schlimm stand. Sie konnten es sich nicht verhehlen, daß, so oft sie ihn mit einer neuen Quantität Arzeneien auffüllten, sein Zustand immer bedenklicher wurde. Das machte sie traurig, denn sie hatten das erwartet. Der arme abgezehrte Sultan lag bewegungslos da mit geschlossenen Augen, und sein Lieblingssklave, der ihm die Mücken fortwedelte, weinte still vor sich hin. Da hörte der Knabe einen seidenen Vorhang hinter sich rauschen, drehte sich um und gewahrte den Ober-Eunuchen, der ihm aufgeregt winkte, zu ihm zu kommen. Geräuschlos auf den Zehenspitzen schlich der Sklave zu seinem geliebten Freund, welcher sagte:

»Nur du kannst ihn überreden, mein Kind, denn du bist des Sultans Liebling. Nimm dies hier. Wenn es der Sultan ißt, so ist er gerettet.«