»Als Klein Gordon zwei Jahre alt war, spielte er Pferdchen auf dem Bett, wo ich mein ›Büchlein‹ hatte liegen lassen. Ich bemerkte, wie er plötzlich sein Spiel unterbrach, das Buch behutsam in seine Händchen nahm, es zärtlich küßte und es dann auf den höchsten sicheren Platz legte, den seine Aermchen erreichen konnten.« So berichtet die Mutter.

Ein paar Tage darauf lag die Familienbibliothek – das heißt die Schriften der Christlichen Wissenschaft – auf einer Fensterbank. Das war wieder ’ne gute Gelegenheit für das heilige Kind. Der Junge verließ sein Spiel, ging an die Fensterbank und schob alle Bücher zur Seite – außer dem ›Anhang‹. Diesen nahm er in beide Hände und hob ihn langsam an seine Lippen; dann legte er das Büchlein sorgfältig wieder hin und setzte sich daneben in die Fensternische. Das erstemal war das Benehmen des Kindes der Mutter so wunderbar erschienen, daß sie kaum ihren Augen trauen wollte; nun aber war sie überzeugt, ›daß es keine Sinnestäuschung war, und daß auch kein Zufall irgend was damit zu tun hatte.‹ Später ließ Klein Gordon sich auch von dem Urheber seiner Tage bei seinem Tun beobachten. Von da an tat er’s oft; wahrscheinlich jedesmal, wenn einer zusah. Das Kind hätte ich lieber haben mögen als irgend einen Oelfarbendruck!

Unter den Zeuginnen tritt auch eine auf, die an ›springendem Zahnweh‹ litt, und zwar so stark, daß sie mehrmals in Versuchung kam zu glauben, die Materie sei doch von Gefühl belebt; doch trug jedesmal die Macht der Wahrheit den Sieg davon. Sie verbot dem Zahnarzt, Kokain anzuwenden, sondern setzte sich hin und ließ ihn bohren und raspeln und drehen und ziehen und den Nerv töten und Knochensplitter aus dem Kiefer herausgraben – und wollte nicht einmal zugeben, daß es weh täte. Und sie glaubt bis auf diesen Tag, es habe nicht weh getan, und ich bezweifle nicht im geringsten, daß sie zu neun Zehnteln recht hat, und daß ihre Christliche Wissenschaft ihr bessere Dienste leistete, als das Kokain es hätte tun können. Es wird auch von einem Knaben berichtet, der bei einem Unfall in lauter kleine Stücke zerbrochen wurde; er sagte ganz einfach die ›Wissenschaftliche Darstellung des Seins‹ auf und ein anderes derartiges Gebet und war gesund und munter, ohne irgend welchen wirklichen Schmerz gelitten zu haben, und ohne daß ein Doktor sich eingemischt hätte. Dies kann ich wohl glauben, denn mein eigener Fall war ja ziemlich ähnlich, wie sich aus den Eingangskapiteln ergibt.

Ferner wird mitgeteilt, daß durch Anwendung der Christlichen Wissenschaft ein schwer verunglücktes Pferd in einer einzigen Nacht vollkommen wiederhergestellt worden sei. Ich kann ziemlich viel vertragen, aber das scheint mir denn doch übers Bohnenlied zu gehen. Das Pferd hatte nicht weniger als fünfzig Beschädigungen: wie konnte nun das Pferd diese ›demonstrieren‹? Konnte es das: All-Gott, Gut-Gut, Gott-Gott, Leben, Knochen, Wahrheit u. s. w. hersagen? Konnte es die ›Wissenschaftliche Darstellung des Seins‹ anstimmen? Nein, bitte: konnte das Pferd das? Hätte es nicht einen Rückfall davon kriegen können?

Wir wollen doch lieber bei Pferden die Grenzlinie ziehen. Bei Pferden und bei Möbeln.

In der Zeitschrift werden noch eine Menge andere Zeugnisse angeführt; aber ich denke, die mitgeteilten Beispiele werden genügen. Sie erläutern den einen Teil des Geschäftsbetriebes der Christlichen Wissenschaft. Nun kommen wir auf die Frage zurück: Bringt sie hier und da und ab und zu einen Patienten um die Ecke? Wir müssen dies zugeben. Bietet sie dafür Ersatz? Wenn sie einen Menschen von jahrelangen Schmerzen befreit, so gibt sie ihm das Leben wieder. Denn beständige Schmerzen sind beständiges Sterben. Ich glaube, sie kann sich noch einen erklecklichen Posten an ihr Haben schreiben.

VI.

»Wir erklären aus voller Ueberzeugung, daß, ›Wissenschaft und Gesundheit, nebst Schlüssel zu den Heiligen Schriften‹ sowie auch die Verfasserin dieses Buches, Mary Baker Eddy, im zehnten Kapitel der Offenbarung vorher angekündigt worden sind. Sie ist der ›starke Engel‹ oder Gottes höchster Gedanke für unsere gegenwärtige Zeit (Vers 1), der uns den Geistesinhalt der Bibel in dem ›Büchlein aufgetan‹ verdolmetscht (Vers 2). Somit beweisen wir: Die Christliche Wissenschaft ist die Wiederkehr Christi – Wahrheit – Geist.« (Vorlesung von George Tomskins, Doktor der Theologie, Doktor der Christlichen Wissenschaft.)

Da haben wir’s in dürren Worten! Sie ist der starke Engel, sie ist der auserkorene himmlische Sendbote, der Gottes höchsten Gedanken überbringt. Einstweilen bringt sie nur die Wiederkehr Christi. Wir müssen annehmen, daß sie, ehe sie fünfzig Jahre im Grabe gelegen hat, für ihre Anhänger einfach der zweite Christus selber ist. Angebetet wird sie bereits, und wir müssen erwarten, daß dieses Gefühl sich nicht nur räumlich ausbreitet, sondern auch immer mehr sich vertieft.[4]

[4] Eine ihrer Jüngerinnen hatte ein totes Kind ins Leben zurückgerufen und schließt ihren Bericht an Frau Eddy mit den Worten: »… und möchten doch wir alle Sie immer mehr lieben und so leben, daß die Welt wisse: Christus ist gekommen!« So zu lesen im ›Indepedent Statesman‹ (Concord, Newhampshire) vom 9. März 1899. Wenn das keine Anbetung ist, so ist es eine gute Nachmachung davon.