מאס העם הזה את מי השלח ההלכים לאט

Nun folgt das Verwerfungsurteil über Juda in mehreren Drohreden c. 8,6–18, die wohl inhaltlich zusammengehören, aber auch wie in c. 28 ff. die schriftstellerische Verbindung nicht mehr aufweisen.

Wie in der in c. 28 ff. enthaltenen jesajanischen Schrift ist auch hier der Zweck derselben, dem verstockten Volke das Verwerfungsurteil Jahwes zu verkünden und zu begründen. Auch diese Schrift zerfällt in zwei Teile: c. 7–8,4 schildern die Bemühungen Jesaias um die Bekehrung des Volkes; c. 8,5–16 verkünden dem verstockten Volke das Gericht.

Dass c. 8,5 ff. wirklich mit dem Vorhergehenden zusammenhängen, zeigt v. 5:

ויסף יהוה דבר אלי עוד לאמר

Nur kann Jesaia unmöglich die mit diesen Worten eingeleitete Rede so an das vorhergehende Stück angeschlossen haben. Denn v. 3 f. enthalten eine tröstliche Zusage an Juda, v. 6 ff. dagegen eine scharfe Gerichtsdrohung. Es muss also zwischen v. 4 und 5 etwas ausgefallen sein; und zwar muss vor v. 5 eine ähnliche Drohrede gestanden haben wegen des יוסף und des עוד in v. 5. Das ist vielleicht die Drohung gewesen, die jetzt in c. 7,18 ff. enthalten ist (vgl. vorige Anmerkung).

Dass auch dieser zweite Teil der Schrift ursprünglich in historischem Rahmen gestanden hat, beweist der in der Form eines Berichtes abgefasste Eingang zu v. 11 ff., beweist auch der Schluss der Schrift v. 16–18, der keine Rede enthält und von dem Vorhergehenden losgerissen sinnlos wird.

Der gegebene Überblick über den Zusammenhang und die Darstellungsform von c. 7–8,18 zeigt, dass wir hier auch eine in der Form der geschichtlichen Darstellung verfasste Schrift Jesaias vor uns haben. Auf die litterarische Beschaffenheit derselben kann hier natürlich nicht näher eingegangen werden[15]; es ist nur noch zu fragen, wann etwa Jesaia diese Aufzeichnungen gemacht haben könnte. Wir werden anzunehmen haben, dass c. 7 und 8 eine längere Wirkungsperiode Jesaias umspannen, dass namentlich zwischen c. 8,4 und 8,5 ff. Ereignisse liegen, die den Umschwung in Jesaias Prophetie begründet und veranlasst haben. Diese Ereignisse haben den Jesaia bewogen, sich vom öffentlichen Auftreten zurückzuziehen, c. 8,16–18. Sie müssen daher sein Auftreten nutzlos gemacht haben. Da sie auch nur politischer Natur gewesen sein können, denn um politische Ereignisse dreht sich der ganze Inhalt von c. 7 f., so kann nichts Anderes gemeint sein als die Botschaft des Ahas an Thiglath-Pileser 2. Kön. 16,7. Also ganz ähnlich wie in c. 28 ff. ist es auch hier das Bündnis mit einer auswärtigen Macht, um das es sich handelt. Statt auf Jahwe zu trauen, setzt „dies Volk da“ seine Hoffnung auf eine heidnische Grossmacht.

Stellen wir nun noch einmal die Vergleichungspunkte der in c. 7 f. und in c. 28 ff. enthaltenen geschichtlichen Aufzeichnungen Jesaias zusammen. Analog ist:

1. Die Veranlassung derselben. In beiden Fällen handelt es sich um das Zustandekommen eines Bündnisses mit einer heidnischen Weltmacht, gegen das Jesaia vergeblich gekämpft hat. Da sein Reden nutzlos geblieben ist, zieht er sich zurück und schreibt (c. 8,16 ff. 30,8).