Im ersten Teile wird zu fragen sein, ob die jesajanischen Bestandteile unseres Buches ein zusammengehöriges Ganze für sich bilden, oder woher sie, falls und soweit das nicht der Fall ist, entnommen sind.
Sodann wird zu untersuchen sein, ob und wie weit die nichtjesajanischen Stücke von dem Hersteller des Buches selbst verfasst oder auf verschiedene Autoren zurückzuführen sind.
Als Abschluss des Ganzen soll dann aus den gewonnenen Resultaten in kurz zusammenfassender Darstellung ein Ueberblick über die Entstehungsgeschichte unseres Buches gegeben werden, wobei vor allem Zweck und Anlage des Buches berücksichtigt werden müssen.
Auf diese Weise werden wir in der Beantwortung der Frage nach der Komposition des Buches Jesaia c. 28–33 zu annähernd sicheren Resultaten gelangen können.
I.
Wir haben es also zunächst mit den jesajanischen Bestandteilen unseres Buches zu thun.
Wenn man die oben angegebenen jesajanischen Stücke des Buches c. 28–33 hintereinander durchliest[5], so fällt zunächst ein doppeltes auf, das man sonst im ganzen Jesaia-Buche nicht wieder antrifft, nämlich einmal der durchweg gleichartige Charakter der einzelnen Stücke, und sodann die innerhalb derselben erkennbare chronologisch-sachliche Entwicklung.
Auf beides ist im ersten Teile der Untersuchung schon hingewiesen worden, muss aber an dieser Stelle noch näher eingegangen werden. Was die Gleichartigkeit aller dieser Stücke betrifft, so bezieht sich diese sowohl auf die Form als auch auf den Inhalt derselben. Schon ganz äusserlich, in wiederkehrenden Wendungen und Gedanken, fällt diese Gleichartigkeit auf. Bezüglich des Ausdruckes ist hinzuweisen auf das immer wiederkehrende הוי im Anfange der Rede c. 29,1. 29,15. 30,1. 31,1; ferner auf das העם חזה 28,11. 28,14. 29,13. vgl. ferner die Wendungen und Gedanken c. 28,12 mit c. 30,15; c. 29,15 mit c. 30,1 und 31,1; c. 28,7 f. mit c. 29,9 f; c. 30,5 mit c. 30,7; c. 30,1 mit 30,9; c. 28,21 mit 29,14 und c. 31,2 (c. 28,11); c. 28,15. 17b. 18a. mit c. 30,2 f.
Sämmtliche Stücke enthalten Drohworte, sei es in Form der Rede oder Schilderung. Die Adressaten der Reden sind immer die Leiter des Volkes, die Propheten und Priester oder die weltlichen Würdenträger; an sie sind die Drohreden gerichtet, die aber doch immer in ihrem Verlaufe das ganze Volk bedrohen.