O harrt, bis endlich Mond und Winter
Die Glocken decken, rings im Eis verstreut!
[DUNKLES OPFER]
Mein armes Tun bring ich dir dar;
Es ist den Träumen Toter gleich;
Im Sturme scheint der Mond so bleich
Auf meiner Reue Tiereschar:
Auf meiner Träume violette Schlangen,
Die sich durch meinen Schlummer ranken,
Und auf mein schwertgekrönt Verlangen,
Auf Löwen, die im Sonnenschein ertranken,
Und Lilien im fernen Wogenspiele
Und Hände, die auf ewig sich geschlossen,
Und meines Hasses rote Stiele,
Vom trüben Flor der Liebe grün umflossen.
Hör' in Erbarmen, was die Lippe spricht,
Und dulde, dass mein düsteres Gebet
Und das im Gras verstreute Mondenlicht
Die Nacht am Himmelsrande mäht.
[HERZGEWÄCHSE]
Meiner müden Schwermut blaues Glas
Deckt den alten, unbestimmten Kummer,
Dessen ich genas,
Und der nun erstarrt in seinem Schlummer.
Sinnbildhaft ist seiner Blumen Zier:
Mancher Freuden düstre Wasserrose,
Palmen der Begier,
Weiche Schlinggewächse, kühle Moose.
Eine Lilie nur in all dem Flor,
Bleich und starr in ihrer Kränklichkeit,
Richtet sich empor
Über all das blattgewordne Leid.