Johannes Rasch zu Wien, der im Jahre 1582 das »Weinbuch von Baw, Pfleg und Bruch des Weins« herausgab, empfiehlt: – »ehe du ein wein trinkst, iß Wethamerwurtz oder Petulanakraut oder thue ein guten trunck Milch, so wirstu nit so leichtlich vol gemacht werden. Epheu hat diese Tugend und Kraft, daß es den Kopf vor des vergangenen tagsrausch und wehthumb behütet« – also Katzenjammer unmöglich macht. O du herrlicher Johannes Rasch, dein Andenken sei gesegnet. Von nun ab werden Epheupflanzungen wie Pilze aus der Erde schießen.

Christoph von Hellwig, der unter dem Pseudonym Valentin Kräutermann eine ganze Anzahl »kompendiöse« hirnverbrannte naturwissenschaftliche und medizinische Bücher in die Welt sandte, verbrach auch ein Werkchen »Der curieuse und vernünftige Zauber-Arzt«,[77] auf dessen Seite 61 er folgende »curieuse und vernünftige« Wundermittel gegen die Trunkenheit verzapft.

»Daß einer nicht truncken werde.

Ingemein pfleget man fünff oder sieben bittere Mandeln vor dem Trinken zu essen, weil man noch nüchtern ist.

Die Trunckenheit zu bewältigen, daß man nicht berauschet werde, so ist das beste Mittel der rothe Kohl, wenn man aus desselben Stengeln den Safft mit den Zähnen heraus presset, und ihn einschlucket: oder denselben gekocht unter die erste Gerichte zum Essen aufsetzet: Dieses thut die Portulacus Levius Lemnius. Oder man nähe Epheu oder Jelänger Jelieber in eine Mütze, und trage solche beym Trincken auf dem Kopffe.

D. Sebizius in seinem Buche vom Feld-Bau rühmet folgenden lateinischen Hexametrum, welchen man man noch, bey auffhabender Mütze von Epheu und Jelänger Jelieber, öffters bey sich heimlich recitiren solle, so würde die Verhütung der Trunckenheit desto eher geschehen; nemlich:

Jupiter his acta sonuit clementius Ida.

Das Sal volatile oleosum ist auch nich zu verwerffen, wenn man es offt gebrauchet.

Wer einen sauren Apffel früh nüchtern isset, und trinckt Wasser drauff, der wird denselben Tag nicht voll.«

So. Nun weiß man's.