Balthasar Schnurrens Regel:
Bad nicht, laß dich nicht kurir
Meid' Würtz und Wein, trink gut alt Bier,
Salat von Zoltig, Spargeln, Kressig
Drauff Eier, Wurst, Oel, Rosenessig
erschöpft noch lange nicht die im Biere schlummernden Kräfte, denn
Edles Bier was soll ich sagen?
Weil dein Lob zu überhäufft,
Du erkühlest unsern Magen,
Wann ihm Hitz' und Durst angreifft.
Du bringest fast gäntzlich verdorrete Glieder,
Zu vorigen Kräfften in kurtzer Zeit wieder.
lobpreist ein anderer Bierkenner.
Über die medizinischen Eigenschaften des Bieres ergeht sich ein unbekannt gebliebener Gelehrter in folgenden Worten:
Von des Bieres Eigenschaft, Schaden und Nutzbarkeit.
Bier wird gekocht mit Weizen, Gersten, Haber und Hopfen. Es ist zweierlei: das dicke wird Doppelbier genannt, das andere ist lieblicher, subtiler und besser. Dickes Bier macht Feuchtigkeit, das andere, das lieblicher ist, nicht so viel. Bier mehret die Kräfte, Fleisch und Blut, ist von großer Nahrung, bewegt den Harn, bringt Linderung des Bauchs, zumal wenn es mit Hopfen gekocht ist. Mit zu viel Hopfen schadet es denen, die ein schwaches Hirn haben, dieselben macht es trunken, und diese Trunkenheit währet länger denn die des Weins. – Bier, das nicht wohl gekocht wird, da kühlet ein wenig und blähet den Bauch. Aber das saure beschädigt den Magen, das trübe verstopft und schadet denen, die den Stein haben, verursacht Blähungen oder Kürze des Athems. Bier, das übel gekocht wird, machet Wind im Magen und Bauch und bewegt die Bärmutter. Und solches, das nicht wohl alt und von seiner Hefen gereinigt ist, das wird nicht wohl verdauet, bringet Harnwind und eben die Schäden wie das übel gekochte Bier. Bier aus Gersten und Hopfen wohl gekochet, welches das temperirteste ist und gesundeste, öffnet die Verstopfung.«[76]
War nun das Bier gegen alle möglichen und unmöglichen Gebrechen gut, gegen eines half es niemals, im Gegenteil es beförderte dieses ebenso wie der Wein – den Rausch.
Um dieses Erbübel des Trinkers aus der Welt zu schaffen, ohne jedoch den gewohnten Trunk einzuschränken, griff man zu allerhand abenteuerlichen Mitteln.