gedenken würde, denn:

Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden,
Doch ihre Weine trinkt er gerne!

Der Champagner hat aber eigentlich gar keine Geschichte, denn niemand kennt seinen Ursprung, kein Dokument nennt seinen Erfinder. Selbst das Jahr, in dem zuerst die bekannten fünfmalhunderttausend Teufel entfesselt wurden, ist nicht mehr nachweisbar, trotzdem es nicht etwa in grauer Vergangenheit, sondern höchstens gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts zu suchen ist. Das Altertum und das Mittelalter kannten keinen moussierenden Wein. Der Sekt, in seiner Bedeutung als Schaumwein, ist neueren Datums und bekanntlich eine Erfindung Ludwig Devrients, der in der Weinstube von Lutter und Wegener in Berlin seinen Lieblingswein mit den Worten Falstaffs: »Gebt mir ein Glas Sekt«[139] verlangte, obgleich der dicke Schwerenöter Shakespeares darunter vino secco, d. h. trockenen Spanier oder Canarier verstand. Zum ersten Mal wird der Champagner 1718 mit dem Bemerken erwähnt, daß er jetzt seit etwa zwanzig Jahren bekannt sei. Dom Pérignon, »der 1638 geborene, 1715 verstorbene wohlbestallte Pater Kellermeister der Abtei zu Hautvilliers, soll zuerst gefunden haben, daß und wie es möglich ist, das Mousseux, welches jeder junge Wein in der Zeit der Gärung entwickelt, ihm dauernd zu erhalten. – Ehre seinem Andenken.«[140] Er wurde »pétillant« genannt und das Volk beehrte ihn mit den Namen »Teufelswein« oder »Pfropfentreiber«; denn Teufelswerk schien der perlende Wein zu sein, bei dessen Bereitung Zauberei und allerlei unheimliche Mittel im Spiele waren. Heute wissen wir, daß es bei seiner Fabrikation meist, aber nicht immer, wenigstens bei vielen Sekten unseres schönen Vaterlandes nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, und daß bei ihm nur eines unheimlich ist, – seine Wirkung – sofern er nicht lauter und rein, wie es jedem Weine, daher auch dem Champagner, zukommt.

Im achtzehnten Jahrhundert trank man in Norddeutschland einen aus dem Birkensaft erzeugten Champagner-Wein, von dem Krünitz, nach Angabe seiner Anfertigung schreibt: »Das Produkt ist in allen Stücken dem Champagnerwein so ähnlich gefunden worden, als nur irgend seyn kann. Viele Kenner(?) haben mit Vergnügen diesen nachgemachten Champagner dem wahren vorgezogen.«(??)[141]

Auch Met und Bier kochte man, demselben Autor zufolge, aus dem vielseitigen Birkensaft, der sogar, wie der gelehrte Simon Pauli versichert, die Sommersprossen vertreiben und die Maden aus dem Käse verscheuchen soll – was ich gerne glaube. Brrr!

Auch sonst noch hatte die Bacchusgabe, der edle Wein, die lobenswerte Eigenschaft, dem Wasser den Zutritt in den weingefüllten Magen zu verwehren, was unter gewissen Umständen von hohem Vorteil sein konnte.

Wie der Nürnberger Chronist Heinrich Deichsler erzählt, wurde 1500, den 17. März in Nürnberg eine Frau vieler Diebstähle wegen lebendig begraben; sie hatte schon einmal im Rhein ertränkt werden sollen. Sie sprach: »da het ich vor vier moß weins getruncken, vor demselben wein kunt kein wasser in mich kumen.«