Arnold befürchtete Zank. Die Großmutter aber hatte ihre Schlaflosigkeit überwunden und meinte liebenswürdig mit einem ironischen Lächeln, für das man sie hätte küssen mögen: »Güt, nächsten Schabbes wer ich's ihm sagen.«

»Da hab ich dir was feines gemacht.« Das Süppchen, das die Mutter im Topf heranbrachte, duftete. »Willst du nicht einmal versuchen …«

Eine gnädige Antwort mit zimperlicher Stimme: »No jo, e bißl …« Offenbar hatte sie einen tüchtigen Hunger, denn sie schnupperte schon in den Dampf, wie ein freudig erregtes Baby.

»Bißl Salz hinein.«

»Nein – ka Salz – Salz reizt doch.« Und sie hustete affektiert.

»Aber es wird keinen Geschmack haben.«

Statt der Antwort nahm die Großmutter das Töpfchen und führte mit sicherer Hand, ohne zu zittern, den Löffel an den Mund, nachdem die Mama nochmals geblasen und gekostet hatte. »Was is dos für e Supp?« fragte sie, nach dem ersten Schluck einhaltend.

»O je, wieder was nicht recht.«

»Aber Mama« wandte Arnold ein »du verstehst das schlecht. Die Großmutter fragt doch nur, was das für eine Suppe ist, den Namen möchte sie gern wissen, sonst nichts.«

»Du wirst mir die Großmutter zu erkennen geben … Nichtwahr, es schmeckt dir nicht?«