OROSMIN (gütig, doch ohne sich etwas zu vergeben, ohne lächerlich zu erscheinen):

Guter Freund, es ist eine schöne Zeit, nicht wahr? Ihr seid hier der Gastwirt? Es würde mich interessieren, mit Euch ein wenig zu plaudern, von dieser schönen vergangenen Zeit. Oder — Ihr seht zufrieden aus — vielleicht ist sie noch gar nicht vergangen . . .

DER WIRT:

No, das schon . . . Befehlen vielleicht der gnädige Herr etwas zu speisen? Ein frisches Rostbratl wär hier, ganz frisch, extra . . .
(er spitzt den Mund.)

OROSMIN (fein lächelnd):

Gut. Gemacht.

DER WIRT (geschäftsmäßig nach rechts hinter sich rufend):

Marie, ein Rostbratl . . .

OROSMIN (ruhig):

Um also wieder von dieser Zeit zu reden, von der Zeit der fröhlichen Liebe . . . wie ist es Euch damals ergangen? Wohl auch so, wie mir jetzt? Was? . . . (Der Wirt macht ein angestrengtes Gesicht, um höflich zuzuhören wie auf einen Auftrag.) Seid auch Ihr damals mit dem glücklichen Gefühl jeden Morgen aus dem Bett gesprungen, daß ein Tag voll von erhabenen, dringenden und wichtigen Gedanken Euch bevorsteht? Und obwohl der Stoff dieser Gedanken durch das Erwachen nicht im mindesten sich zu ändern pflegte, denn auch bei Nacht hattet Ihr natürlich die Geliebte in Euren Träumen gehegt, — frohlocktet Ihr nicht trotzdem darüber, daß diese immerhin verwirrten und lockern Gedanken nun in Eure feste Hand geraten seien, daß die Geliebte nun viel deutlicher, geordneter, wie in ruhigem Wasser in ihnen sich abspiegeln werde? Und wenn Ihr nun auf die Gasse ginget, wart Ihr nicht überglücklich, desselben Himmels Wirklichkeit zu sehen wie sie, dieselbe Luft zu durchwandern, zu durchsaugen wie sie? Und habt Ihr die Annehmlichkeit oder Unannehmlichkeit Eurer Schritte darnach bemessen, ob diese Euch zu ihrem Haus oder in der Richtung von ihrem Haus wegtrugen? Nun, war es so?