«Singe jetzt!» sagte der Prinz.

Das Wimmern hinter der Papierwand verstummte, und Hanake sang das Lied:

Auf dem See steht ein weißes segelndes Boot.
Mein Herz, mein leises,
Mein Auge, mein heißes, –
Die Menschen, die einsam sind,
Sind wie die Boote von Yabase,
Die blaß hintreiben im Abendwind.

Hanake hatte während des Singens ihren Kopf in den Schoß des Prinzen gelegt und mit offenen Augen zur Decke gestarrt. Ihr Körper war in derselben Stellung wie an jenem Abend auf dem Biwasee im Boot, als sie mit dem Kopf im Schoß ihres Geliebten gelegen.

Plötzlich fährt Hanake, wie von einem Schuß getroffen, auf. Sie wirft die Arme in die Luft und fällt ohne Aufschrei auf die Diele, wo sie in tiefer Ohnmacht liegen bleibt.

Der Prinz wird blaß. Auf seinen Ruf kommt die Magd hinter der Papierwand vor. Der Prinz sieht die verweinten Augen derselben und denkt, daß Magd und Herrin wirklich in Trauer seien über den toten Papagei. Er ist erstaunt darüber und sagt: «Deine Herrin ist noch schwach von Trauer über ihren toten Papagei. Pflege deine Herrin; und wenn sie aufwacht, sage ihr, ich käme morgen abend und hundertmal wieder.»

Die Magd verneigt sich vor dem Prinzen, sie verbirgt ihre verweinten Augen und lügt:

«Sohn des Himmels, verzeiht meiner Herrin! Aber der Tod ihres Papageis ging ihr nicht so sehr zu Herzen wie jetzt der Abschied von Euch. Die Trauer darüber hat sie gleich einer Ohnmacht überfallen.» –

Als Hanake wieder zu sich kommt, sieht sie fern im Abend über dem Biwasee das verschwindende Segel des kaiserlichen Bootes, und das Kielwasser treibt eine lange schwarzlinige Welle von der Mitte des Sees bis an Hanakes Haus.

Hanake murmelt: «Die Magd sagt: hundertmal wird er wiederkommen! Ich will lieber hundert verschiedene Männer umarmen, ihr Götter! Erlaßt es mir, einem Mann Liebe heucheln zu müssen hundertmal hintereinander. Ich schwöre euch: ich will mich lieber auf dem Liebesmarkt zu Tokio hingeben, wo fünftausend Mädchen sich jede Nacht einem andern Mann anbieten. Aber erlaßt mir, o Götter, die Qual und bindet mich nicht hundert Nächte an den einen Mann, der sich einredet, daß ich ihn liebe.»