«Du hast noch einen Grund, den du nicht sagst», meinte Oizo. «Die Tonvasen will ich deinem Vater alle bezahlen, während ich dich male. Rede und sage deinen Grund, warum ich nicht mehr in dein Haus kommen soll?»
Graswürzeleins Wangen erröteten, und sie hielt rasch ihre Hände an die Wangen, um die Wangenröte mit den Händen zu verbergen.
Oizo sah staunend, wie schön das Mädchen war, und hörte, wie ihre Stimme wisperte und rhythmisch sang, während sie sprach, als ob das Schilf vom Vorjahr wieder um ihn sänge.
«Willst du nicht eine Bootfahrt mit mir machen, Graswürzelein? Es kommt eine lauwarme Luft über den See, und die Abende sind schon lang und hell. Ich glaube, die Wildgänse müssen bald wiederkommen.»
«Ja, bei den Göttern, das ist wahr», seufzte das kleine Mädchen. «Die Wildgänse möchte ich dir auf dem See zeigen, Meister.» Und ein Lachen blitzte in ihren Augen, so wie die nassen schwarzen Seekiesel blitzten. «Das ist die Luft der Wildgänse heute abend. Du hast sie nie vom See aus kommen sehen, Meister?»
«Nein, ich sah den Wildgänseflug nur vom Land, über Hügel und Baum.»
«Dann will ich ihn dir vom See aus zeigen», nickte das Mädchen eifrig; und ihr blasses Gesicht und ihre zitternden Hände redeten schnelle Sätze, die sie nicht aussprach.
Sie kletterte vor Oizo ins Boot, ergriff die Ruder und ruderte, ohne ein Wort mehr zu sprechen, lenkte das Boot, ohne den Maler zu fragen, wohin er wolle. Oizo fühlte und verstand natürlich an der Röte und Blässe des Mädchens, daß sie eine Herzensregung verbarg. Er blieb lautlos sitzen und horchte auf sein eigenes Herz, das ihm bis an den Hals schlug. Denn das Mädchen wurde in seinen Augen immer schöner, und er hätte es gern umarmt.