Das Segelboot glitt nah am Schilfufer hin. Das Mädchen verstand: der Mann vermied es, auf die Höhe des Sees zu segeln, damit nicht Boote, die von Yabase kämen, ihnen begegneten.
Da knallte ein Schuß im Röhricht, und braune Wildenten strichen aus dem Schilf heraus aufkreischend über die Seefläche. Ein zweiter Schuß schallt, und Hanakes Geliebter wirft die Arme in die Luft, springt auf, wie von einem Strick in die Höhe gerissen, und stürzt kopfüber in den abenddunkeln See. Kein Schrei; nur das Aufklatschen des Wassers und der Hall der Schüsse am Ufer des Biwasees entlang springt durch die Stille. Hanake greift unwillkürlich mit beiden Händen über den Bootrand in das Wasser, wohin der Geliebte verschwand, und als sie die Hände aus dem Wasser zieht, sind sie blutig. Sie fällt lautlos auf den Boden des Bootes, das im Winde weitertreibt.
Hanakes Diener sehen vom Fenster, daß das Boot, in dem die Herrin fortfuhr, draußen nicht weit vom Ufer steuerlos im Kreise treibt und daß ein anderes Boot aus dem Schilf heraus die Seewölbung ersteigt und hinter dem Wasser verschwindet. Ein paar der Diener schwimmen hinaus und bringen das Boot mit der ohnmächtigen Hanake an den Landungssteg.
Zur gleichen Stunde wie am vorhergehenden Abend liegt Hanake ohnmächtig in dem Zimmer, das auf den See geht, bei derselben Kerze, die gestern brannte, sitzt ihre Lieblingsmagd, die Singende Seemuschel, und wartet auf das Erwachen ihrer Herrin.
Als diese gar nicht zu sich kommen will, kommt die Magd auf den Einfall, den grauen Papagei zu holen, der von den drei Sätzen immer nur den einen gelernt hat: Ich liebe dich. Als sie den Vogel neben die Kerze in das Gemach bringt, schreit er sofort: «Ich liebe dich!» Da zuckt das Gesicht der ohnmächtigen Hanake zusammen, als habe ihr einer einen unendlichen Schmerz angetan. Ihre Lippen seufzen tief auf, ihr Gesicht verändert die Farbe und wird wie Asche im Aschentopf, der neben der Kerze steht. Die Magd beugt sich erschrocken über ihre Herrin, und wie sie noch zweifelt: Ist das der Tod, der Hanake so entfärbt?, da schüttelt der Papagei sein Gefieder, schlägt mit den Flügeln um sich und schreit plötzlich und unvermittelt: «Ich töte dich!»
Die Singende Seemuschel starrt entsetzt den Vogel an, dessen großer Schatten vor der Kerze wie der Schatten eines mächtigen, schwarzen Segels über die Wände des Gemaches fliegt.
Die Magd greift mit beiden Händen nach dem um sich schlagenden Papagei. Der Vogel schreit zum zweitenmal: «Ich töte dich!» Die Hände der Magd packen das Tier und drücken dem Papagei den Hals zu, damit er nicht zum drittenmal das schauerliche «Ich töte dich!» schreien kann. Der Vogel verdreht seine Augen, läßt mit einem Ruck die Flügel schlaff hängen, spreizt die Krallen und hängt als lebloser Vogelbalg in den Händen der Magd.
Hanake schlägt die Augen auf. Die Magd wirft die Vogelleiche auf die Diele und ruft:
«O Herrin, Ihr kommt wieder! Ihr wart weit fort!»
Hanake richtet sich auf, sitzt auf der Diele und sagt in Gedanken: