Wenn es in der Bibel heißt: siehe, die Stimme Gottes sprach zu ihm im Traum, oder wenn Buddha sagt: ich ging in einem Traum von Leben zu Leben, so ist das nicht ein außer uns stehender Gott und Schöpfer, dessen Stimme wir gehört haben wollen, oder der uns im Traum von Leben zu Leben geführt hat, sondern: es ist die Weltferne in uns, die zur Weltnähe in uns spricht.
Wir sind es, die im Traum zu uns selbst sprechen. Wir sind es, die uns im Traum und in der wachen Ahnung Bilder, gewesenes und kommendes Leben zeigen können.
Wir selbst, vermöge der Schöpferkraft in uns, die von der Weltferne aus zur Weltnähe spricht, sind allwissend.
Unsere Weltferne steht nicht bloß über uns, sondern sie lebt im Mittelpunkt aller Weltleben überhaupt.
Wir fühlen, wie die Radien eines Lebens tun, den Mittelpunkt und die Peripherie des Kreises zugleich. Alle Leben finden sich zusammen in der Weltferne auf einem Punkt, sowie alle Radien sich im Mittelpunkt des Kreises treffen. Auf der Peripherie, in der Weltnähe, leben alle Leben voneinander getrennt in der Welt der tätigen Erscheinungen.
Im Mittelpunkt, in der Weltferne, zu der wir uns in jedem Augenblick erheben können, sind wir Besitzer und Überschauer des ganzen Weltalls, gleichwie der Kreismittelpunkt mit allen Radien Fühlung hat. Auf der Peripherie aber, wo sich unser Gestaltenleben abspielt, dort entsteht die körperliche Weltnähe, das Fest des endlichen Lebens, während zugleich unsere Weltferne in ewiger Ruhe, im Mittelpunkt des Lebens, die Erscheinung aller Leben, die wir im Augenblick oder nach Jahrhunderten erleben, immer um sich kreisen läßt, betrachtet und das Fest der Ewigkeitsruhe genießt.
Wir sind also in jedem Lebensaugenblick da und fort von uns. Und wenn unser endliches Leben aufhört, so hört doch nie unser Mittelpunktsleben im Weltall auf. Wir nehmen vom Mittelpunkt aus sofort neue Fühlung mit einem neuen Punkt auf der Peripherie.
Unerschöpflich ist das Leben in der Peripherie, unerschöpflich die Schöpferkraft unseres gemeinsamen Mittelpunktes im Weltall. Da wir immer Weltnähe und Weltferne, Peripherie und Mittelpunkt in jeder Sekunde zugleich erleben, so sind wir alle allwissend, allgegenwärtig, allfühlend.
Wir tragen immer in uns alle jene göttlichen Eigenschaften, die wir, früher unaufgeklärt, immer nur einem Schöpfer über uns zusprachen.
Wir Menschen waren bisher nicht mutig genug, uns unseren gewaltigen Lebensinhalt, den, daß wir Mitbesitzer der Weltallschöpfung, der Weltallgedanken, der Weltkraft sind, klar zu machen.