Macht dieses euch bewußt, sagt es einer dem andern; macht es den Kindern bewußt, ruft es den Leidenden und den Kranken in die Erinnerung; sagt es euch selbst, wenn ihr die Liebsten um euch sterben seht, wenn ihr selber leidet und sterben wollt; sagt es in eurer Todesstunde euch und denen, die ihr beim Sterben verlassen müßt.

Sagt dieses auch den Hochmütigen, den Tyrannischen, den sich übermächtig Aufmachenden; sagt es den Gedemütigten, den Erniedrigten, den Lebensmüden: Alles gehört ihnen im Weltall und nichts. Alles sollen sie als Gast genießen und alles als Gastgeber hergeben beim unerschöpflichen Fest ihrer Schöpferkraft.

Wenn ihr euch umseht in der Welt, — in jeder Handlung, in jeder Lebensgestalt fühlt ihr überall Schöpferkraft, nicht bloß in den Menschen. Alle Gestalten sind gestaltgewordene Schöpferkraft. Ihr müßt die Tiere nicht dumm nennen, die Steine nicht gefühllos nennen, die Bäume und Pflanzen nicht als unverständige Wesen ansehen.

Ja, selbst die Dinge, die ihr aus eurer Schöpferkraft, aus eurem Geist, aus den Gestalten der Erde zusammenfügt, den Tisch und den Stuhl, den ihr euch gezimmert habt, das Bett und den Schrank, eure Werkzeuge und eure Maschinen, — vom Augenblick, wo ihr sie schuft und sie benennt, sind es Wesen von eurem Geist geworden, lebende Gebilde eurer ewigen Schöpferkraft.

Denn auch die toten Dinge haben durch euch äußeres Leben und innerstes Leben erhalten. Ihre Gestalt wird wie eure Gestalt abgenützt und abgelegt, aber ihre Schöpferkraft geht nicht verloren, und diese Dinge werden sich aus euch wiedergestalten.

Denn auch die toten Dinge sind zum Feste gekommen, auch sie leben festlich. Auch sie werden krank, auch sie werden müde, denn auch sie arbeiten für euch, indem sie euch nützen, auch sie werden alt wie ihr, auch sie haben ihre bestimmten Festgesetze, die aber natürlich grundverschieden von denen der Menschengestalt sind.

Wenn ihr euch tief zu eurer inneren Welt zurückzieht oder euch zu ihr erhebt, so könnt ihr das Lebensgesetz, die Schöpfungsidee, den Schöpfungsgenuß, die jeder Gestalt zugrunde liegen, verstehen, denn ihr wißt im Grunde alles.

Ihr dürft aber die Dinge um euch nicht mit euren Menschengesetzen messen. Ihr sollt nicht sagen: „Schrank, sprich Menschenworte, wenn du lebst, wie ich. Dann will ich dir dein Leben glauben.“

Ihr könnt nicht sagen: „Tisch, bewege dich mit deinen Beinen vorwärts wie ein Tier. Dann werde ich dir glauben, daß du lebst.“