Und der Mensch nahm die Bretter, die er aus einem Baumstamm gesägt hatte, und seine Hände setzten die Bretter zum Schrank zusammen. Und siehe, Wunsch und Gedanken, vereinigt im Herzen, freuten sich über ihr Geschöpf, den Schrank, den sie geschaffen.

Und als der Leib seine Kleider dann in den Schrank legte, war der Wunsch befriedigt, und auch der Gedanke war befriedigt. Und der Kopf nickte auf dem Leib, und Wunsch und Gedanke, beide sahen ihr Werk, den Schrank, an und freuten sich festlich.

Und so, aus Wunsch und Gedanken, aus dem Liebesakt von beiden im Herzen des Menschen, wurden alle Dinge geboren, die der Menschenleib nicht vorfand, und die der Wunsch und der Gedanke für das Menschenleben schaffen mußten. Doch das Leben solcher geschaffenen Dinge kann natürlich nicht seinen Zweck ändern, und es endet, wie alle Leben, bei der Zweckerfüllung. Wir können nicht zum Schrank sagen: „Sei du heute die Treppe des Hauses oder gib uns heute Licht wie die Lampe.“

Erfüllen die Dinge ihren Zweck gut, so sind sie gutgeratene Dinge und können lange leben.

Der Zweck eines Gegenstandes ist sozusagen das innere Leben des Gegenstandes. Der Zweck bedingt die Gesetze des Gegenstandes, unter denen derselbe leben soll, und von denen seine äußere Gestalt bedingt ist. Die Gegenstände leben darum innerlich und äußerlich, wie die Menschen, die auch für ihre Menschengestalt ihre Gesetze und ihren Zweck von ihrer Weltferne für ihre Weltnähe vorgeschrieben bekommen haben.

Da der Schrank sozusagen ein Glied ist am Menschenleben, so kann er nicht sich selbst und keine neuen Schränke erzeugen; denn dein Arm an dir bringt auch keine neuen Arme hervor, dein Kopf setzt keine neuen Köpfe zwischen deine Schultern, weil er ein Glied an dir ist; die Glieder selbst pflanzen sich nicht an dir fort. So pflanzt sich auch kein Schrank fort, der ein Glied deines Menschenlebens bedeutet, da du ihn dir für deinen Leib geschaffen hast.

Und Glieder des Menschenlebens sind alle Gegenstände, die du dir zum Leben schaffst, wie der Schrank, wie der Stuhl, wie der Tisch, wie die Lampe, wie dein Haus, wie dein Kleid, wie alle Maschinen und alle Kunstwerke, die du dir zur Erhaltung deines Leibes und deines Geistes erschaffen hast, das heißt, zum Fest deines Menschenlebens, deines inneren und äußeren Daseins.

Du wirst jedoch, wenn dein Arm seinen Zweck erfüllt, aber sich nicht an dir fortpflanzt, nicht behaupten wollen, dein Arm sei kein lebendes Wesen, er sei ein totes Ding. Er besteht aus lebenden Schöpferatomen so gut wie die Bretter des Schrankes. Sie sind ja gewachsen, die Bretter, als der Baum wuchs, dem sie angehörten.

So ist dein Arm gewachsen vom Mutterleibe an bis zum Tage, wo dein Wachstum stillstand. Aber da er jetzt nicht mehr weiterwächst, dein Arm, und da die Bretter des Schrankes nicht mehr weiterwachsen, sind sie deshalb doch nicht tot.