„Ich fahre Dich, Vater.“
„Kannst mitkommen. Du gehörst ja auch dahin. Oder ist Achim da?“
„Nein. Achim — übt.“
„Nun, dann komm. Auf Wiedersehen, Herr Hegendorf! Und weiter steife Ohren.“ —
Der Ausstand war zusammengebrochen. Die Führer wüteten. Die Industriearbeiter in der Stadt höhnten. Es fehlte diesen „Landlümmeln“ doch an Schwungkraft und Kampfdisziplin.
Doch aller Haß und Zorn brandete gegen die Siedler. Diese Klopffechter des Rückschritts, die der dunklen Sache den Sieg verschafft hatten. Aber wir werden es Euch eintränken! Wenn wir die Führer nur fassen! Und wir fassen sie. Und dann an die Chausseebäume mit ihnen!
Die Moorhofer Leute fanden sich wieder zur Arbeit ein. Mit einem Lächeln sah Herr von Borkhus dem allen zu. Aber seine mächtigen Augen froren darüber hin, wie über ein Schauspiel, das ihm innerlich nichts zu geben hatte. Und das Lächeln, wie vereist, schwand kaum mehr aus seinem Gesicht.
Nicht als Strempel sich wieder zum Dienst meldete, hündisch, verbogen und verkniffen. Sie wären alle „komplett verrückt“ gewesen.
Steinern machte Herr von Borkhus noch einmal die Runde über seinen verwüsteten Hof. Wie er dann abends bei Tisch saß, der Horst, Kunz und die neuen Helfer von der Siedlermannschaft als Gäste sah, war er der liebenswürdigste Wirt, dankte „seinen Freunden“, sprach aber sonst kein Wort von dem, was seinem Moorhof geschehen war. So daß auch die andern davon schwiegen.
Statt des, mit einer eigenen eisenkalten, eisenharten Ruhe, wie der Wut zum Trotz, die all die Zeit in ihm gebrannt und gefressen hatte, führt er selbst die Rede zu dem, was die deutschen Herzen zermalmt. Blickt er selbst mit großen, freien, klaren Augen, in denen der unzähmbar wilde Grimm sonst wühlte, dem Erbfeind ins Gesicht. Eine schmerzlich stille Überlegenheit ist in seinen Worten. Ein fast verklärter Trieb, der Wahrhaftigkeit ein letztes Opfer zu bringen.